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Nach Tanker-Festsetzung: Südkorea bestellt Irans Botschafter ein

dpatopbilder - Der beschlagnahmte Tanker «Hankuk Chemi», der unter südkoreanischer Flagge geführt wird, wird von Booten der iranischen Revolutionsgarde im Persischen Golf eskortiert. Foto: Uncredited/Tasnim News Agency/AP/dpa Keystone/Tasnim News Agency/AP/Uncredited sda-ats
Dieser Inhalt wurde am 05. Januar 2021 - 08:46 publiziert
(Keystone-SDA)

Wegen der Festsetzung eines unter südkoreanischer Flagge fahrenden Tankers durch den Iran hat Südkorea den iranischen Botschafter einbestellt. Der Leiter des Büros für Afrika und den Nahen Osten, Koh Kyung Sok, habe bei dem Treffen in Seoul mit Botschafter Saeed Badamchi Shabestari sein Bedauern über den Zwischenfall geäussert und eine frühe Freigabe des Schiffes und die Freilassung der Besatzungsmitglieder gefordert, berichteten südkoreanische Sender und die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Die Besatzung sei sicher und gesund, sagte der Botschafter den Berichten zufolge vor Beginn des Treffens.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten den Chemikalien- und Ölprodukte-Tanker "Hankuk Chemi" am Montag im Persischen Golf unter dem Vorwurf der Meeresverschmutzung festgesetzt. Das Schiff wurde nach den Angaben der Revolutionsgarden in die Hafenstadt Bandar Abbas geleitet. Der Schiffsbetreiber DM Shipping im südkoreanischen Busan wies die Vorwürfe laut Yonhap zurück. Es waren 20 Besatzungsmitglieder an Bord des Tankers.

Der Zwischenfall ereignete sich inmitten von Spannungen zwischen beiden Ländern wegen eingefrorener iranischer Bankkonten in Südkorea. Die Konten wurden infolge der Sanktionen der USA gegen Teheran gesperrt. Nach Berichten südkoreanischer Medien geht es um sieben Milliarden Dollar (etwa 5,3 Milliarden Euro). Die Höhe der Summe wurde vom südkoreanischen Aussenministerium nicht bestätigt. Iranische Medien sprechen von Milliarden "Ölgeldern", die eingefroren seien. Teheran fordert demnach, dass die Konten freigegeben werden.

Südkoreas Aussenministerium will Vizeaussenminister Choi Jong Kun diese Woche in den Iran schicken, um über die Forderungen Teherans zu sprechen. Choi werde am Sonntag nach Teheran reisen, teilte eine Sprecherin des Ministerium mit.

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