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Nächste alleinige Rekordmarke für Cologna?

Dario Cologna bietet sich bei der 12. Tour de Ski die Chance, zum alleinigen Rekordhalter aufzusteigen, was Podestplätze in der Gesamtwertung anbelangt.

Die Idee hinter dem Wettkampfformat der 2006/07 erstmals ausgetragenen Tour de Ski ist es, mit Etappenrennen in verschiedenen Disziplinen an wechselnden Orten den komplettesten Langläufer im Weltcup zu küren. Die laufende Saison ist erst rund einen Monat alt, die Frage nach dem derzeit besten Allrounder ist jedoch gleichwohl bereits beantwortet. An Johannes Hösflot Klaebo führt derzeit kaum ein Weg vorbei. Der erst 21-jährige Norweger behielt heuer bereits in allen Disziplinen die Oberhand: in Sprints im freien und klassischen Stil, in Distanzrennen in beiden Techniken, bei Wettkämpfen mit Einzelstart, Massenstart sowie bei Verfolgungsrennen.

An der Tour de Ski, die am Samstag in Lenzerheide beginnt, sucht man den derzeit besten Langläufer jedoch vergeblich. Die grosse Herausforderung in dieser Olympia-Saison ist es, die Trainings- und Wettkampfsteuerung optimal hinzukriegen. "Wir haben uns schnell darauf geeinigt, dass ein Tour-Verzicht in diesem Jahr das beste für mich ist", so Klaebo.

Die Liste prominenter Abwesender ist sechs Wochen vor Beginn der Winterspiele in Pyeongchang ungewöhnlich lang. Neben dem siebenmaligen Saisonsieger Klaebo fehlen unter anderen auch die Rekordweltmeisterin Marit Björgen, die Weltcup-Führende Charlotte Kalla sowie Ragnhild Haga, Stina Nilsson und Simen Hegstad Krüger. Zusammen gewannen sie 16 von bislang 20 Weltcup-Rennen in dieser Saison.

Pause nach Weltcup - oder umgekehrt

Diejenigen Läuferinnen und Läufer, die über den Jahreswechsel im Weltcup pausieren, werden anschliessend ab Mitte Januar vermehrt Wettkämpfe auf höchstem Niveau absolvieren, um im Hinblick auf das Saison-Highlight in Südkorea rechtzeitig die Bestform zu erreichen. Andere geben der Tour de Ski den Vorzug, um sich vor den Olympischen Spielen eine Wettkampfpause zu gönnen und so den Fokus auf die Trainingsarbeit legen zu können.

Zu Letzteren gehört Dario Cologna, mit drei Gesamtsiegen nach wie vor der Rekordgewinner der Tour de Ski. Beendet der Münstertaler auch die 12. Ausgabe der Tour unter den ersten drei, würde er auch betreffend Anzahl Podestplätze zum alleinigen Rekordhalter aufsteigen. Seit seinem 3. Rang bei der letzten Tour de Ski liegt Cologna in dieser Statistik-Sparte gemeinsam mit Petter Northug an der Spitze (je sechs Top-3-Klassierungen).

Die Vorzeichen, auch die anstehende Tour auf dem Podest abzuschliessen, sind verheissungsvoll. Cologna strahlt im Vergleich zum Vorjahr spürbar mehr Selbstvertrauen und Zuversicht aus. Zwar fehlt dem 31-Jährigen in dieser Saison noch ein Podestplatz, in den letzten vier Rennen vor Weihnachten lief er jedoch dreimal unter die ersten acht. Dies sind vor dem ersten Saison-Höhepunkt ermutigende Signale. Im Vergleich zu den vergangenen beiden Saisons ist der einst weltbeste Allrounder vor dem Tour-Start näher bei den Allerbesten.

Ustjugow und Weng als Titelverteidiger

Neben Klaebo sind dies bislang der zweimalige französische Saisonsieger Maurice Manificat sowie die beiden Russen Alexander Bolschunow und Sergej Ustjugow. Letzterer, kürzlich in seiner Heimat als Sportler des Jahres ausgezeichnet, nimmt die Tour de Ski als Titelverteidiger in Angriff. Ebenfalls zum engsten Favoritenkreis zählt der Kanadier Alex Harvey, der Weltmeister über 50 km. Ein Fragezeichen gibt es bezüglich des Formstands von Martin Johnsrud Sundby. Der Dominator der vergangenen Jahre im Weltcup konnte wegen Asthmabeschwerden zuletzt einige Tage nicht draussen an der kalten Luft trainieren.

Bei den Frauen zeichnet sich ein Dreikampf zwischen der norwegischen Titelverteidigerin Heidi Weng, deren Landsfrau Ingvild Flugstad Östberg sowie der Finnin Krista Pärmäkoski ab. Nathalie von Siebenthal muss sich derweil an ihrer letzten Tour-Performance messen lassen. Die Bernerin beendete die Tour de Ski vor einem Jahr als Achte und damit als erste Schweizerin überhaupt in den Top 10. Eine abermalige Steigerung ist realistisch, aber keine Selbstverständlichkeit.

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