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Bern - Der Walliser SVP-Nationalrat und Gymnasiallehrer Oskar Freysinger geht hart ins Gericht mit dem Lehrplan seiner eigenen Partei. Die SVP-Forderungen nach mehr Mundart, weniger Fremdsprachen oder "Schnürlischrift" gingen an der Realität vorbei, sagte er in einem Zeitungsinterview.
Dass die SVP Fremdsprachen erst in der Oberstufe vermitteln will, bezeichnet Freysinger als "regelrechten Stein des Anstosses". "Es ist erwiesen, dass der Erwerb von fremden Sprachen den kleinen Kindern am einfachsten fällt", sagte der Deutschlehrer in den Zeitungen "Der Bund" und "Tages-Anzeiger" vom Montag.
"Konsequent Hochdeutsch sprechen"Er sei auch "vollkommen" gegen die gezielte Förderung der Mundart in der Primarschule, welche der SVP vorschwebt. "In der Primarschule sollten die Kinder konsequent Hochdeutsch sprechen."
Auch mit der Forderung "zurück zur Schnürlischrift" kann Freysinger wenig anfangen: "Das ist doch keine Priorität", kritisierte er seine Mutterpartei. Heute schrieben doch die meisten Menschen mit dem Computer.
Etwas Positives kann Freysinger dem SVP-Lehrplan aber abgewinnen: "Er löst endlich eine Debatte aus." Es sei gar nicht nötig, die Vorschläge eins zu eins umzusetzen. Aber die SVP-Ideen könnten wichtige Inputs geben für die Erarbeitung neuer Lehrpläne.
Schlag in den NebelWenig Resonanz löst Freysingers Kritik bei den Verfechtern des SVP-Lehrplans aus: "Herr Freysinger zielt in den Nebel", sagte der Zürcher SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die Punkte, die der Walliser kritisiere, seien überhaupt keine Kernanliegen des Lehrplans.
Freysinger habe wohl eher Kommentare über den SVP-Lehrplan als das Dokument selbst gelesen, stellte Schlüer fest. So sei beispielsweise die "Schnürlischrift" gar kein Thema im SVP-Lehrplan. Die Idee sei bloss an der Medienkonferenz am Rande erwähnt worden. Wenn er Freysinger das nächste Mal treffe, werde er die Sache mit ihm besprechen, sagte Schlüer.

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SDA-ATS