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Die NATO nimmt in Libyen verstärkt Tripolis ins Visier. Am Samstag flog die Allianz nach fünf Nächten in Folge auch am hellen Tage einen Luftangriff auf die Hauptstadt, was bislang selten vorkam. Am Vormittag erschütterte eine schwere Explosion die Stadt.

Ziel der tagsüber seltenen Attacken sei ein Lager der Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi gewesen, berichteten Bewohner. Unklar war, ob es sich um einen Raketen- oder Bombeneinschlag handelte. Auch weitere Informationen lagen zunächst nicht vor.

In der Nacht zuvor hatte die NATO nach Angaben des libyschen Staatsfernsehens und des arabischen Nachrichtensenders Al-Arabija erneut mehrere Ziele in Tripolis bombardiert. Es war die fünfte Nacht mit Luftangriffen in Folge.

Rauchsäulen standen über der Stadt, berichtete das Staatsfernsehen. Mindestens einen Einschlag gab in der Nähe eines Gebäudekomplexes, der auch von Gaddafi genutzt wird. Ein NATO-Sprecher sagte in Brüssel, das Gelände Bab al-Asisijah sei am frühen Samstagmorgen getroffen worden.

Auch Angriffe auf Misda

Die NATO griff zum Wochenende nach Berichten des libyschen Staatsfernsehens auch Misda im Süden an. Dabei sei "menschlicher und materieller Schaden" entstanden, hiess es. Einzelheiten über mögliche Opfer wurden jedoch nicht bekannt.

Tripolis ist eine Hochburg von Machthaber Gaddafi, der seit mehreren Monaten versucht, einen Aufstand gegen seine 41-jährige Herrschaft gewaltsam niederzuschlagen. Die NATO unterstützt mit ihren Luftschlägen faktisch die Rebellen.

Verstärkter Druck

Das Bündnis bereitet inzwischen auch erstmals den Einsatz von Kampfhelikoptern vor, um Gaddafis Bodentruppen gezielter angreifen zu können.

Es lägen Anzeichen vor, dass die Kampagne gegen Gaddafi zunehmend in Schwung komme, sagte der britische Premierminister David Cameron am Freitag auf dem G8-Gipfel im französischen Deauville. "Also ist es richtig, dass wir den militärischen, den wirtschaftlichen und den politischen Druck erhöhen."

Unterstützung erhält die NATO dabei überraschend nun auch von Russland. Präsident Dmitri Medwedew - bislang ein entschiedener Kritiker des seit zehn Wochen andauernden internationalen Militäreinsatzes - schlug am Rande des Treffens in Frankreich einen neuen Ton an, als er sagte, Gaddafi "muss weg". Zugleich kündigte er an, einen Sondergesandten nach Libyen zu schicken.

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SDA-ATS