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Menschen geniessen im letzten Frühling am Zürichsee fast sommerliche Temperaturen. (Archivbild)

KEYSTONE/WALTER BIERI

(sda-ats)

Der Frühling beginnt auf der Nordhalbkugel immer früher, und zwar vor allem in der Polarregion. In der Arktis starte das Frühjahr heute bis zu 16 Tagen früher als noch vor zehn Jahren, berichten US-Forscher im Fachmagazin "Scientific Reports".

Auslöser für den Trend sei vermutlich die Temperatur, die im hohen Norden stärker ansteige als in niedrigeren Breitengraden. Die Forscher fürchten, dass die Veränderungen wandernde Tierarten beeinträchtigten - etwa Zugvögel, die zum Brüten in die Arktis kommen.

Es gebe bereits einzelne Studien, die gezeigt haben, dass die Natur zunehmend früher aus dem Winterschlaf erwacht, schreiben die Forscher um Eric Post von der University of California in Davis. Der Frühlingsbeginn zeige sich etwa dadurch, dass Bäume austreiben, Blumen zu blühen beginnen oder Vögel ihre Wanderung zu den Brutgebieten antreten. Mit der Beobachtung solcher jährlicher wiederkehrender Naturereignisse beschäftigt sich die Phänologie.

Auch in Mitteleuropa

Ein solche Entwicklung sei auch in Mitteleuropa feststellbar, sagt Anja Engels, die beim Deutschen Wetterdienst (DWD) für das Fachgebiet Phänologie zuständig ist. "Seit etwa Ende der 1980er Jahre beobachten wir, dass der Frühling deutlich früher beginnt. Oft sind schon im Dezember die ersten Anzeichen für den Vorfrühling in der Natur zu sehen." Auch die Vegetationsphase des gesamten Jahres habe sich verlängert.

Die Forscher um Post legen nun mit ihrer Studie eine umfassende und systematische Analyse der Zusammenhänge vor. Sie hatten dazu die wissenschaftliche Literatur, die sich in der Vergangenheit dem Thema gewidmet hatte, durchforstet. Insgesamt berücksichtigten sie 743 Datenquellen, die den Zeitraum zwischen 1928 und 2013 umfassten.

Im Norden besonders ausgeprägt

Die Auswertung ergab, dass der Frühling tatsächlich mit zunehmendem Breitengrad tendenziell früher beginnt und dass dies mit der gestiegenen Temperatur der vergangenen Jahrzehnte zusammenhängt. Die Erwärmung sei seit 1998 und nördlich des 59. Breitengrades besonders ausgeprägt. Auf dem 59. Breitengrad liegt beispielsweise die schwedische Hauptstadt Stockholm.

Wie sich das auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirkt, sei unklar. Denkbar sei, dass Zugvögel ihre Ankunft in der Arktis nicht mehr korrekt mit der dortigen Verfügbarkeit an pflanzlicher und tierischer Nahrung koordinieren können.

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SDA-ATS