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NEAT-Aufsichtsdelegation gegen Bau-Beschleunigung um jeden Preis

Dieser Inhalt wurde am 04. Mai 2010 - 12:23 publiziert
(Keystone-SDA)

Bern - Die NEAT-Aufsichtsdelegation (NAD) steht einer rascheren Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels kritisch gegenüber. Erste Priorität bei der Fertigstellung des Jahrhundert-Bauwerks hat nach Ansicht der Parlamentarier die Einhaltung des Kostenrahmens.
Wie die NAD in ihrem Jahresbericht schreibt, ist der Kreditrahmen für die NEAT verbindlich festgelegt worden. Hingegen habe man bewusst darauf verzichtet, den Zeitpunkt der Inbetriebnahme rechtlich genau zu fixieren. Nach Ansicht der NAD müssen deshalb Termin sichernde Massnahmen strikte kostenneutral sein.
Die Bauleute haben am Gotthard zurzeit in vielen Teilabschnitten des doppelröhrigen Tunnelsystems einen Vorsprung auf den Zeitplan: So sind beispielsweise die Durchschläge im Teilabschnitt Erstfeld in der Oströhre (Juni 2009) und der Weströhre (September 2009) je ein halbes Jahr früher erfolgt als geplant. Insgesamt sind 95 Prozent des Tunnelsystems ausgebrochen.
Trotz raschem Baufortschritt warnt die NAD vor zuviel Euphorie. Die Probleme mit einer geologischen Störzone in der Weströhre zeigten, dass weiterhin geologische Risiken bestünden. Der Vorsprung auf die Marschtabelle ist deshalb nach Ansicht der NAD eine gute Reserve.
Ziel ist es, den Basistunnel auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2017 dem Verkehr zu übergeben. Wegen der Baufortschritte ist die Bauherrin AlpTransit Gotthard AG (ATG) daran, Abklärungen zu treffen, unter welchen Voraussetzungen eine Inbetriebnahme bereits 2016 möglich wäre. Die Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels ist für Dezember 2019 geplant.

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