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In Nairobi ist ein Ende der Geiselnahme in einem Einkaufszentrum nicht in Sicht. Die von westlichen und israelischen Experten unterstützten Sicherheitskräfte unternahmen zwar mehrere Vorstösse in den Gebäudekomplex, unterliessen aber offenbar den entscheidenden Einsatz.

Bei Schiessereien wurden am Montag laut Innenminister Joseph Ole Lenku zwei Extremisten der somalischen Al-Schabaab getötet. Der erst im März ins Amt gewählte Präsident Uhuru Kenyatta hatte am Sonntag die Forderung der Al-Kaida-nahen Organisation nach einem Abzug aus dem Nachbarland Somalia abgelehnt.

Nach Angaben des kenianischen Roten Kreuzes wurden seit dem Beginn des Sturms auf das Gebäude am Samstag mindestens 69 Menschen als getötet registriert. Weitere 63 würden noch vermisst, hiess es.

Dazu können sowohl Menschen gehören, die vom Kommando der islamistischen Al-Schabaab-Miliz als Geiseln genommen wurden als auch solche, die möglicherweise ebenfalls getötet wurden.

Alle Stockwerke unter Kontrolle

Dem Militär gelang es im Laufe des Montags, alle vier Stockwerke unter Kontrolle zu bringen. Die Täter hatten zudem offenbar nur noch wenige Geiseln in ihrer Gewalt. "Wir haben die Situation unter Kontrolle, es gibt keinen Grund zum Alarm", erklärte Minister Lenku.

Mehrere heftige Explosionen erschütterten im Laufe des Tages den Gebäudekomplex. Über dem Zentrum stand dichter Rauch. Auch Stunden nach den von Schüssen begleiteten Detonationen war unklar, wie viele Geiselnehmer noch wie viele Menschen in ihrer Gewalt hatten.

Die Extremisten hätten in einem Supermarkt Matratzen in Brand gesteckt, was die Rauchwolke verursacht habe, sagte Lenku. Die Sicherheitskräfte würden zwar entschlossen vorgehen, legten aber auch grosse Vorsicht an den Tag.

Das Einkaufszentrum sei unter Kontrolle, eine Flucht der Geiselnehmer ausgeschlossen. Laut Lenku handelte es sich bei den Tätern ausschliesslich um Männer. Allerdings seien einige der Angreifer als Frauen verkleidet gewesen.

Geiselnehmer stammen aus verschiedenen Ländern

Generalstabschef Julius Karangi zeigte sich entschlossen, die Angreifer zur Strecke zu bringen. "Wir haben nicht die Absicht, uns zurückzuziehen", sagte Karangi.

Die Geiselnehmer könnten sich aber jederzeit ergeben. Nach seinen Angaben stammen sie aus mehreren Ländern. "Wir haben eine Vorstellung, wer sie sind und wo sie herkommen", sagte der General.

Ein Sprecher de Al-Schabaab hatte am Sonntagabend einem somalischen Radiosender gesagt, die Gruppe werde nicht eher Ruhe geben, bis Kenia seine Truppen aus dem Nachbarland Somalia zurückziehe.

Er drohte mit weiteren Anschlägen und fügte hinzu, die Dschihadisten im Einkaufszentrum seien angewiesen worden, Geiseln zu töten, falls die Streitkräfte versuchen sollten, das Gebäude zu stürmen.

Kenyatta, der bei dem Angriff am Samstag einen Neffen verloren hatte, kündigte Härte gegen die Extremisten an. Er werde im "Krieg gegen den Terror" im Nachbarland Somalia nicht nachgeben. Kenianische Truppen haben Kämpfer der Al-Schabaab in der vergangenen Jahren in Somalia zurückgedrängt.

Lenku bestätigte, dass ausländische Experten die kenianischen Sicherheitskräfte unterstützten. Die Kenianer hätten den Einsatz aber bislang allein abgewickelt.

Uganda sichert Grenzen

Unterdessen verschärfte Kenias Nachbarland Uganda die Sicherheit an den Grenzen. Die Al Shabaab hatte sich bereits 2010 zu einem schweren Anschlag in Uganda bekannt. Damals wurden bei drei Bombenattacken mindestens 74 Fussballfans getötet, als sie gerade das WM-Finale verfolgten.

Uganda hat mit der 18'000-Mann-starken Truppe der Afrikanischen Union (Amisom) 6000 Soldaten in Somalia stationiert - so viele wie kein anderes Land.

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SDA-ATS