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23 Betrüger haben mit vorgetäuschten Verkehrsunfällen 340'000 Franken an Versicherungsgeldern ergaunert. Die Polizei konnte ihnen ein Dutzend Unfälle nachweisen. Bei den Wohnungsdurchsuchungen kamen weitere Delikte ans Licht: unter anderem IV-Betrug und verbotene Pornographie.

Das betrügerische Netzwerk bestand aus zwei Drahtziehern und 21 Mittätern, wie die Kantonspolizei Zürich am Freitag mitteilte. Aufgeflogen sind sie, weil im Juni 2010 eine Versicherung Anzeige wegen vier offenbar vorgetäuschten Unfällen erstattete. Als die Polizei im September vier Verdächtige festnahm, zeigten die Ermittlungen, dass die vier Fälle nur die Spitze des Eisbergs sind.

In den folgenden Monaten gingen den Ermittlern weitere 19 Personen ins Netz. Neben den Haupttätern - einem 33-jährigen und einem 41-jährigen Italiener - vor allem Männer aus Portugal, Tunesien, Libanon, Serbien, Italien, der Schweiz und der Türkei. Auch eine Italienerin und eine Frau aus Thailand gehörten zum Netz.

Haupttäter behielt fast die ganze Beute für sich

Der 33-jährige Italiener sass bei elf der zwölf aufgedeckten Unfälle selbst am Steuer. Die Mittäter waren entweder direkt an den Unfällen beteiligt, lösten die Fahrzeuge auf ihren Namen ein oder fälschten Rechnungen und Kaufverträge. Viel von der Beute gesehen haben sie allerdings nicht. Laut Polizei behielt der 33-Jährige etwa 285'000 Franken für sich, rund 7000 Franken zahlte er seinem 41-jährigen Landsmann, während die Strohmänner und -frauen Beträge von 1000 bis 2000 Franken bekamen.

Beide Drahtzieher arbeiten in der Automobilbranche, einer der Mittäter arbeitet bei einer der geschädigten Versicherungen. Die Unfälle wurden vor allem im Kanton Zürich vorgetäuscht, aber auch im Tessin, im Kanton Schwyz und im Thurgau. Insgesamt wurden vier Versicherungsgesellschaften betrogen.

Die Kantonspolizei schreibt von einem "aufwendigen Ermittlungsverfahren", bei dem auch die Wohnungen sämtlicher Verdächtiger durchsucht wurden. Dabei kamen weitere Delikte ans Licht: Pfändungsbetrug, Irreführung der Rechtspflege, verbotene Pornographie sowie Sozialhilfe- und IV-Betrug.

Alle 23 Beteiligten müssen sich vor der Staatsanwaltschaft wegen Betrugs verantworten. Der 33-jährige Haupttäter gab an, das ergaunerte Geld bereits verbraucht zu haben. Laut Polizei liessen sich "keine verwertbaren Vermögenswerte" sicherstellen.

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SDA-ATS