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Vor den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi sind im Internet neue Anschlagsdrohungen aufgetaucht. Auf einem bekannten Dschihadistenforum wurde ein Video veröffentlicht, auf dem die beiden mutmasslichen Attentäter von Wolgograd vor Anschlägen warnen.

Das US-Unternehmen SITE, das auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierten ist, teilte am Sonntag mit, bei den beiden Männern handle es sich um die Selbstmordattentäter, die im Dezember die blutigen Angriffe in der südrussischen Stadt Wolgograd verübt hatten.

"Wir haben ein Geschenk für Euch und alle Touristen vorbereitet, die herüberkommen", heisst es laut SITE in dem Video. "Wenn Ihr die Olympischen Spiele abhaltet, werdet Ihr ein Geschenk von uns bekommen für das Blut der Muslime, das vergossen wurde." Im Video der Gruppe "Ansar Al-Sunna" bekennen sich die Islamisten zum Doppelanschlag in Wolgograd.

Der US-Abgeordnete Michael McCaul wertete die Bedrohung als ernst. "Sie rufen im Grunde zu Angriffen auf die Olympischen Spiele auf. Ich glaube wir werden Versuche in diesem Sinne sehen", sagte der Republikaner, der sich derzeit in Moskau aufhält, dem Sender ABC.

34 Tote

Bereits im Sommer hatte der islamistische Rebellenführer Doku Umarow damit gedroht, die Spiele "mit allen Mitteln" zu verhindern. Diese Drohung erhielt neue Brisanz durch die Anschläge in Wolgograd.

Bei den beiden Selbstmordangriffen vor dem Bahnhof und in einem Bus der Grossstadt 700 Kilometer nordöstlich von Sotschi waren Ende Dezember insgesamt 34 Menschen getötet worden. Der Nordkaukasus ist seit dem Bürgerkrieg in Tschetschenien eine Hochburg islamistischer Rebellengruppen.

Die Olympischen Spiele finden vom 7. bis zum 23. Februar statt, anschliessend werden in Sotschi vom 7. bis zum 16. März die Paralympics abgehalten. Für die Gesamtdauer der Spiele wurden verschärfte Sicherheitsmassnahmen in Kraft gesetzt.

Insgesamt sollen rund 37'000 Polizisten und Soldaten das Sportereignis absichern. Die Spiele sind das grösste internationale Ereignis in Russland seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 und liegen besonders Präsident Wladimir Putin am Herzen.

SDA-ATS