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Die Diskussionen in der Szene der Skispringer drehen sich um "den Chip", seit die FIS vor Weihnachten in Engelberg ihr Projekt präsentiert hat.

Gemeint ist der Chip, der bei einigen Springern in einer roten Dose hinter der Skibindung montiert ist und wichtige Daten über den Absprung und die Flugphase liefert. Wissenschaftlich gesicherte Daten aus der so sensiblen Sportart Skispringen sind rar und extrem wertvoll. Das deutsche Institut für Angewandte Trainingswissenschaften in Leipzig arbeitet seit Jahren an der Auswertung von Sprungdaten. Nun stellt die FIS dieses von Swiss Timing perfektionierte Tool bei der Vierschanzentournee den Teams vorerst zu Testzwecken zur Verfügung.

"Biomechaniker haben bestätigt, dass die Gültigkeit dieser Daten gegeben ist", erklärte der FIS-Renndirektor Walter Hofer gegenüber Medien und betonte, es sei "ein weiterer Schritt, um den schwächeren Nationen das Herankommen zu ermöglichen". Die Top-Nationen sollen also ihren technologischen Vorsprung nicht einfach so weiter ausbauen können. Gleichwohl werden führende Länder wie Österreich, Deutschland, Norwegen, Slowenien oder Polen auch profitieren. "Die Daten sind für das Skispringen eine enorme Info-Bereicherung", bestätigte Österreichs Cheftrainer Heinz Kuttin die Bedeutung dieser Entwicklung. Jede Nation führe Messungen etwa über Entwicklung der Geschwindigkeit in der Luft oder Videoanalysen durch. "Aber dieses Tool soll der absolute Hammer sein", erklärte Kuttin gegenüber der Nachrichtenagentur apa.

Die Österreicher hatten im Training bereits Attrappen auf den Ski montiert. Simon Ammann hingegen springt ohne Chip, obwohl er sich nicht grundsätzlich dagegen sträubt. "Ich habe keine Zeit für solche Experimente", sagte er und begründet dies mit einer Art Selbstschutz: "Ich muss die Sachen wegschieben, die mich auf dem Weg nach Pyeongchang stören könnten". In der Qualifikation am Freitagabend in Oberstdorf sprang von den Schweizern einzig Killian Peier mit der Dose.

Auch für TV-Zuschauer interessant

Der Chip liefert Daten, die auch von den TV-Stationen aufbereitet werden können und somit dem Zuschauer tiefere Einblicke in den komplexen Ablauf beim Absprung ermöglichen. Einige Sportsender werden während der Tournee tatsächlich neue Graphiken einblenden. Diese haben aber (noch) nichts mit dem Chip zu tun!

Die FIS liess in Oberstdorf und Garmisch acht Kameras um den Schanzentisch herum montieren, die bis zu 250 Bilder pro Sekunde liefern. Damit kann man viel anfangen, vorerst will die FIS dem Zuschauer aber nur wenige neutrale Werte zumuten: Die zentimetergenaue Abweichung vom Absprungpunkt, die Absprungkraft in Meter pro Sekunde und später vielleicht noch die Fluggeschwindigkeit zehn Meter nach dem Tisch. Damit wäre das Geheimnis des guten Sprungs grösstenteils gelüftet. Nämlich: Wie findet ein Skispringer den Weg, damit er möglichst hoch hinauskommt, aber auch nicht zu hoch, weil er sonst zu viel Geschwindigkeit verliert, die ihm unten im Loch fehlt, um möglichst lange dem Hang entlang zu gleiten.

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SDA-ATS