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Die Pleite gegangene grösste Sägerei der Schweiz könnte doch noch am bisherigen Standort im bündnerischen Domat/Ems weitergeführt werden. Ein neuer Investor ist aufgetaucht: der österreichische Holzkonzern Egger aus St. Johann im Tirol.

Das Tiroler Holzunternehmen zeige grosses Interesse, das Sägewerk zu übernehmen und in Domat/Ems zu betreiben, sagte der Bündner Baudirektor Mario Cavigelli am Freitag vor den Medien. Dazu müssten aber verbindliche Lieferzusagen für eine genügende Menge Rundholz vorliegen. Am Freitag fanden erste Gespräche mit Waldeigentümern, in Graubünden die Gemeinden, und Holzlieferanten statt.

Beim potenziellen Investor handelt es sich um ein Familienunternehmen mit 5800 Mitarbeitenden, das an 16 Standorten in Europa produziert und einen Gruppen-Umsatz von rund 1,5 Mrd. Euro erzielt. In der Schweiz ist das Unternehmen mit einem Vertriebsbüro in Kriens LU vertreten.

Sägerei passt strategisch und geografisch

Egger ist eigenen Angaben zufolge ein Komplettanbieter für den Möbel- und Innenausbau, für den konstruktiven Holzbau sowie für Laminatfussböden. Geschäftsleitungsmitglied Walter Schiegl sagte am Freitag vor den Medien, die Sägerei in Domat/Ems würde strategisch und geografisch zur Egger-Gruppe passen.

Egger will 150'000 Kubikmeter Rundholz aus Graubünden verarbeiten, die gleiche Menge soll aus anderen Kantonen in der deutschen Schweiz bezogen werden. Der österreichische Konzern spannt mit einem Schweizer Minderheitspartner zusammen und möchte nicht nur den Sägereibetrieb wieder aufnehmen, sondern in nachgelagerte Produktionen investieren.

Die Würfel fallen im Juni

Beim Partner von Egger handelt es sich laut Regierungsrat Cavigelli um ein in der Schweiz "bestens bekanntes" Unternehmen. Der Name wurde aber nicht bekanntgegeben. Die Würfel über die Zukunft der Sägerei fallen spätestens im Juni. Dann wird sich der Bündner Grosse Rat allenfalls nochmals mit einem Kantonsbeitrag in Form einer "Anstossfinanzierung" befassen müssen.

Die bisherigen österreichischen Grosssägerei-Besitzer Mayr-Melnhof hatten das Werk Mitte Dezember letzten Jahres in den Konkurs gehen lassen. Der Grund war, dass das Bündner Parlament zuvor einen Beitrag von 6,75 Mio. Fr. an den Bau eines Pelletswerks für die teilweise Neuausrichtung des Betriebes hauchdünn abgelehnt hatte. Die Sägerei befindet sich derzeit im Konkursverfahren.

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SDA-ATS