Die Fachwelt ist sich einig, dass die Digitalisierung das neue Jahrzehnt prägen wird. Neben vielen nützlichen technischen Neuerungen bringt die digitale Welt aber auch neue Herausforderungen und Gefahren mit sich.

"Alles wird besser". Dieses Versprechen zu erfüllen, fällt der digitalen Technik recht leicht. Denn die Entwicklung der Basistechnologie macht viele Geräte meist automatisch schneller, günstiger, bunter, einfacher und kleiner. Aber erlebbaren Fortschritt bringen nur neue Technologien und Ideen. Davon gibt es aber glücklicherweise 2020 einige.

Schnellere Daten überall

Ohne WLAN funktioniert im modernen Haus wenig. Die neue Mesh-Technik sorgt nun dafür, dass in jeder Ecke Internet und Streaming in vernünftigem Tempo funktioniert. Ähnlich wie früher Brände durch eine Eimerkette gelöscht wurden, reichen Mesh-WLAN Datenpakete von einer Station zur nächsten weiter, bis sie am Ziel sind.

Internetanbieter haben teils ihre Boxen bereits mit neuster Technik aufgerüstet. So bietet beispielsweise die Swisscom Internet-Box 3 den aktuell schnellsten Funkstandard 802.11ax und lässt sich mittels WLAN-Box zu einem Mesh-WLAN erweitern.

Alternativ kann man einen bestehenden Router über die Ethernet-Schnittstelle auch mit einem Mesh-WLAN von Drittherstellern wie Asus, AVM, Linksys, Netgear oder TP-Link erweitern.

5G: Mehr Nutzen, günstigere Handys

Das vieldiskutierte schnellere Handynetz 5G wird im Jahre 2020 mehr Nutzen bieten. Insbesondere werden günstigere 5G-Handys im 500-Franken-Bereich erhältlich sein.

Für Gamer wird es ferner erstmals einen zwingenden Grund geben, auf 5G-Technik umzusatteln. Die neuen Online-Spielwelten Google-Stadia, Microsoft xCloud und Sunrise Game Cloud lassen sich nämlich nur mit 5G-Handys nutzen. Die realistisch aussehenden Spielwelten werden dabei in der Cloud erzeugt und wie ein Video auf das Handy übertragen. Nur bei 5G landen dann die Tastendrucke des Gamers schnell genug in der Cloud, damit das Spielen Spass macht.

Unbeschränkt konsumieren

Ob Filme, Musik, Handyspiele, Zeitschriften oder Bücher, immer mehr Anbieter locken mit "einmal zahlen, unbeschränkt viel konsumieren". Bei den Filmen ist man im neuen Jahr nicht mehr auf Netflix beschränkt, sondern kann den Anbieter auswählen: Amazon, Apple, Dazn, Disney, Sky und Youtube Prime bieten Filme, Serien und Sport.

Wenn man aber Pech hat, muss man für seine zwei Lieblingsserien das Abo bei zwei Anbietern bezahlen. Wer welche Filminhalte bietet, lässt sich auf der Internetseite Justwatch.com herausfinden.

Spieleabos gibt es auch für das Zocken auf dem Handy. Auf dem iPhone lassen sich nach Bezahlung von Apple Arcade für einen monatlichen Fixpreis über 100 Spiele nutzen. Die Android-Alternative Google Play Pass ist leider erst in den USA verfügbar. Auch Bücher und Hörbücher lassen sich im Monatsabo beziehen. Eine Übersicht bietet die Internetseite www.lesen.net/ebook-flatrate-vergleich

Mehr Privatsphäre und Zensur

Das neue Jahrzehnt bringt zwar mehr Privatsphäre. Aufgrund von neuen Gesetzen können Werbekonzerne die Nutzerinnen und Nutzer im Internet nicht mehr so einfach auf Schritt und Tritt verfolgen. Neue Browser wie Edge oder Firefox bieten ferner Einstellungen, welche das Schnüffeln automatisch unterbinden.

Der technische Fortschritt macht es darüber hinaus möglich, dass Spracherkennung und Bilderkennung direkt auf dem Handy erfolgt und nicht mehr alle Daten erst in der Cloud des Dienstanbieters landen.

Aber auch die Zensur verbreitet sich immer stärker im Internet. So können Schweizerinnen und Schweizer nicht mehr einfach jede Webseite besuchen. Die Internetanbieter müssen beispielsweise ausländische Casinos blockieren. VPN-Dienste, die teilweise sogar kostenlos nutzbar sind, verstärken die Privatsphäre, können jedoch gleichzeitig auch helfen, Zensurblockaden zu umgehen.

Mehr Gefahren, mehr Sicherheit

Mit dem Stehlen von Passwörtern oder dem erpresserischen Lahmlegen von Firmennetzwerken lässt sich viel Geld verdienen. Deshalb werden diese zwei Probleme die Schweiz auch in der nächsten Computerdekade beschäftigen.

Kriminelle entwickeln immer neue Tricks, um Anwender auf gefälschte Webseiten zu locken. Dort verleiten sie das Opfer zum Eintippen ihrer Passwortdaten. Glücklicherweise warnen Browser und E-Mail-Programme immer zuverlässiger vor Gefahren und unsicheren Orten im Internet.

Immer mehr Internetdienste bieten für mehr Sicherheit eine Zwei-Weg-Authentifizierung an. Dabei muss man nicht nur am PC das Passwort eintippen, sondern erhält auf das Handy einen zusätzlichen einmaligen Schlüssel geschickt.

Handy als digitaler Schlüssel

Weil das Handy dadurch zum digitalen Schlüssel mutiert, wird es aber ebenfalls zunehmend zum Ziel von Angriffen. Abhilfe schafft ein spezieller Hardwareschlüssel in der Grösse eines USB-Sticks. Dieser speichert Geheimnisse sicher und erlaubt trotzdem eine komfortable Anmeldung bei Internetdiensten. Dafür nötige Standards wie Fido2 (de.wikipedia.org/wiki/FIDO2) setzen sich aber erst langsam durch.

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