Nicaraguas Präsident Daniel Ortega hat unmittelbar vor neuen Massenprotesten 636 Häftlinge aus Gefängnissen entlassen. Offenkundig will der ehemalige marxistische Freiheitskämpfer damit den Oppositionellen entgegenkommen.

Der Widerstand gegen Ortega und seine Regierung hat an Schärfe zugenommen, nachdem er vor einem Jahr Einschnitte ins Sozialsystem angekündigt hatte. Ortega, der seit 2007 an der Macht ist, hat die geplanten Kundgebungen als illegal verurteilt. Möglicherweise steuert damit der Konflikt auf einen neuen Höhepunkt zu.

Ein Jahr nach Beginn der Proteste gegen die Regierung rief die Menschenrechtsorganisation Amnesty International Ortega zu einem Ende der Unterdrückung der Opposition auf. "Die Regierung von Nicaragua sollte sofort ihre Strategie der Repression beenden und alle Studenten, Aktivisten und Journalisten freilassen, die nur festgenommen wurden, weil sie ihr Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit genutzt haben", sagte die Regionaldirektorin von Amnesty International, Erika Guevara Rosas, anlässlich des ersten Jahrestags der Proteste am Donnerstag.

Nach Angaben der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) kamen bei den Protesten seit dem 18. April vergangenen Jahres mindestens 325 Menschen ums Leben. Die Regierung beziffert die Zahl der Todesopfer auf 199, Oppositionsgruppen auf über 550.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


Externer Inhalt

Warum fehlt die weibliche Kunst in den Schweizer Museen?

SWI plus Banner

  • Relevante Meldungen kompakt aufbereitet
  • Fragen und Antworten für die Fünfte Schweiz
  • Diskutieren, mitreden und vernetzen

Mit einem Klick ein Plus für Sie!


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.