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Nobelpreisträger Yunus als Grameen-Direktor zurückgetreten

Nach seiner Niederlage vor dem Verfassungsgericht in Bangladesch ist Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus als Direktor der von ihm selbst gegründeten Mikrokredit-Bank formell zurückgetreten. Er übergebe den Posten seiner bisherigen Stellvertreterin.

Sie führe die Bank bis zu einer endgültigen Entscheidung des Vorstands über die Nachfolge, hiess es in einer am Freitag in Dhaka verbreiteten Mitteilung von Yunus. Er war im vergangenen Monat in letzter Instanz juristisch damit gescheitert, im Amt bleiben zu dürfen.

Das Verfassungsgericht hatte einen entsprechenden Antrag des 70-Jährigen abgelehnt. Das Gericht urteilte wie auch frühere Instanzen, die offizielle Pensionsgrenze liege bei 60 Jahren. Daher sei Yunus' Berufung im Jahr 1999 als Direktor auf unbestimmte Zeit ohne Zustimmung der Zentralbank illegal gewesen.

Yunus teilte am Freitag mit, dass er den Posten niederlege, um Schaden von der Bank abzuwenden. "Ich hoffe, dass es der Grameen-Bank weiterhin gelingen wird, ihre Freiheit zu behalten." Der "Bankier der Armen" und die Grameen-Bank waren 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

Konflikt mit Regierungschefin

Dem Streit um seinen Posten war ein Konflikt mit Bangladeschs Premierministerin Sheikh Hasina vorangegangen. Yunus hatte sich 2007 den Unmut von Sheikh Hasina zugezogen, als er vorübergehend eine eigene politische Partei gründete.

Die Regierungschefin warf ihm anschliessend vor, sich mit "Tricks" um Steuerzahlungen zu drücken und mit Mikrokrediten "das Blut der Armen auszusaugen". Im März hatte sie ihn als Direktor der Grameen-Bank absetzen lassen.

Vor knapp drei Wochen waren Yunus und die Mikrokredit-Bank von Vorwürfen der Misswirtschaft beim Umgang mit Hilfsgeldern entlastet worden. Das Finanzministerium in Dhaka konnte "keinerlei Unregelmässigkeiten" feststellen.

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