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Nach dem Fährunglück auf den Philippinen haben die Rettungskräfte am Sonntag in stürmischer See die Suche nach 85 Vermissten fortgesetzt. In Luftlöchern im Rumpf des Schiffes könnten Menschen überlebt haben, sagte Marinesprecher Gregory Fabic. 700 Fahrgäste wurden gerettet, 34 Tote geborgen.

Die Fähre "Thomas Aquinas" stiess in der Nacht zum Samstag rund zwei Kilometer vor dem Hafen der Stadt Cebu mit einem Frachter zusammen und sank binnen zehn Minute. Zunächst war die Küstenwacht von rund 170 verbliebenen Vermissten ausgegangen, nach einem Abgleich mit den Passagierlisten wurde diese Zahl am Sonntag auf 85 nach unten korrigiert.

Marineschiffe und Fischerboote suchten die Unglücksstelle weiter nach Überlebenden ab. Taucher sollten eingesetzt werden, um in den Rumpf des Schiffes vorzudringen.

"Es ist möglich, dass es Luftblasen in den Kabinen gibt", sagte Fabic. Darin könnten Passagiere bis zu 72 Stunden überleben. "Wegen des schnellen Sinkens ist es wahrscheinlich, dass viele Menschen in der Fähre untergegangen sind", sagte Konteradmiral Luis Tuason.

Am Samstag waren die Bergungsversuche bei stürmischem Regenwetter unterbrochen worden. Die Kollision hatte sich in der Dunkelheit ereignet. An Bord des Frachters "Sulpicio Express 7", der mit der Fähre kollidierte, waren 36 Menschen, die alle unversehrt blieben.

Menschliches Versagen

Nach Behördenangaben waren beide Schiffe seetauglich und auch erst kürzlich überprüft worden, weshalb menschliches Versagen als Unglücksursache vermutet wird. Konteradmiral Tuason zufolge wich eines der Schiffe offenbar von der zulässigen Route ab - offen blieb, welches.

Die Unglücksstelle ist als Gefahrenpunkt bekannt. Es gibt dort wenig Platz für Ausweichmanöver. Täglich wird der Hafen von Cebu, der zweitgrössten Stadt des Landes, von dutzenden Fähren angefahren.

"Ich konnte sie nicht alle erreichen"

"Es gab einen lauten Knall, dann sank das Schiff sehr schnell", sagte Arvin Manalo, der Bruder einer geretteten Passagierin. "Sie zogen sich Rettungswesten an und sprangen ins kalte, schwarze Wasser." Seine Schwester wurde gerettet, von seiner Mutter fehlte jede Spur, sie konnte nicht schwimmen.

"Ich habe zehn Leute da raus geholt", sagte der Fischer Mario Chavez, der sich freiwillig an den Rettungsarbeiten beteiligte. "Es war stockfinster und ich hatte nur eine kleine Lampe - sie strampelten und schrien um Hilfe."

Die Geretteten erzählten ihm, dass noch viele Menschen auf der Fähre waren, als diese sank. "Es gab noch immer Schreie, aber ich konnte sie nicht alle erreichen." Nach Angaben der Küstenwache waren 56 Babys und Kleinkinder an Bord.

Immer wieder verheerende Unfälle

Fähren sind eines der Hauptverkehrsmittel auf den Philippinen, die aus 7100 Inseln bestehen. Besonders ärmere Menschen, die sich keine Flüge leisten können, sind auf die oft überfüllten Schiffe angewiesen.

Immer wieder kommt es zu verheerenden Unfällen. Im Dezember 1987 stiess nahe Manila eine Fähre mit einem Öltanker zusammen, 4300 Menschen ertranken.

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SDA-ATS