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Der Flüchtlingsstrom in Richtung Süditalien wächst unter dem Druck der politischen Instabilität in Nordafrika stark. In den letzten zwei Tagen haben über 1000 nordafrikanische Flüchtlinge die Insel Lampedusa südlich von Sizilien erreicht.

Dabei handelt es sich laut italienischen Medien mehrheitlich um tunesische Flüchtlinge. In der Nacht auf Freitag wurden 650 Migranten von der italienischen Küstenwache in Sicherheit gebracht.

Am Freitagfrüh landeten 181 Personen auf der Insel. Die Küstenwache erhielt kurz daraufhin die Nachricht, dass ein weiteres Boot mit 70 Personen an Bord gesichtet worden sei.

Einige Migranten wurden in Hotels auf der 20 Quadratkilometer grossen Insel zwischen Sizilien und Tunesien untergebracht. Der Pfarrer der Insel stellte einige Räumlichkeiten unweit der Kirche zur Verfügung, um den Migranten eine Unterkunft zu sichern.

Warnung vor neuer Flüchtlingswelle

"Die politische Instabilität in Nordafrika kann zu einer neuen massiven Flüchtlingswelle in Richtung Süditalien führen", warnte der Leiter des Migrationsbüro der italienischen Caritas, Oliviero Forti.

Der italienische Innenminister Roberto Maroni schloss aus, dass das Auffanglager auf Lampedusa, das vor zwei Jahren geschlossen worden war, wieder geöffnet werden könnte. Er beteuerte, Rom mache Druck auf Tunesien, damit die Flüchtlingswelle gestoppt werde.

"Die neuen Massenlandungen sind auf die politische Instabilität in Tunesien zurückzuführen. Wenn sich die Lage im Land wieder stabilisiert, werden wir die Migranten abschieben", kommentierte Maroni.

Die Hoteliers auf der Insel Lampedusa sind besorgt. Sie bangen um die touristische Saison, nachdem in den vergangenen Wochen die Migration in Richtung dieser süditalienischen Insel nachgelassen hatte.

Wegen des Abschiebeabkommens, das Italien mit Libyen abgeschlossen hat, ging die Zahl der Flüchtlinge, die Süditalien über das Meer erreichten, in Jahren 2009 und 2010 rasant zurück. Über 20'000 Flüchtlinge hatten noch 2008 die Insel Lampedusa erreicht.

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SDA-ATS