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Nordkorea hat Japan am Freitag mit einem atomaren Vergeltungsschlag gedroht, sollte sich Tokio in einen möglichen Konflikt auf der koreanischen Halbinsel einmischen. Im Falle einer Intervention drohe Japan "in atomaren Flammen verbrannt" zu werden.

Dies hiess es in einem über die staatliche Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Kommentar. Ankündigungen Tokios, eine nordkoreanische Rakete im Falle eines Starts abschiessen zu wollen, verurteilte die Agentur als "provokatorisch". Japan müsse "zur Vernunft kommen und sich richtig verhalten".

Das japanische Verteidigungsministerium hatte die Armee am Montag angewiesen, jede nordkoreanische Rakete abzuschiessen, die japanisches Territorium bedrohe. Dazu wurden mitten in Tokio Patriot-Abwehrsysteme installiert.

US-Aussenminister John Kerry sicherte den Verbündeten der USA angesichts der Kriegsrhetorik Nordkoreas umgehend Unterstützung zu. Wenn notwendig würden die USA ihre Partner auch verteidigen, sagte Kerry am Freitag nach Gesprächen in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.

Obama mahnt zu Vernunft

Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama die Führung von Nordkorea aufgerufen, ihre Kriegsrhetorik gegen den Westen zu beenden. Niemand wolle einen Konflikt auf der koreanischen Halbinsel, sagte Obama am Donnerstag (Ortszeit) bei einem Treffen mit UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon in Washington.

Die USA wollten daher weiter versuchen, die Krise auf diplomatischem Weg zu lösen. Aber Nordkorea müsse wie jede andere Nation grundlegende internationale Regeln befolgen.

Ban zeigte sich "zutiefst besorgt" über das Säbelrasseln auf der koreanischen Halbinsel. Zugleich lobte der aus Südkorea stammende UNO-Generalsekretär die "gemässigte Antwort" der USA auf die Provokationen aus Pjöngjang. Er appellierte an China, seinen Einfluss auf die Führung in Pjöngjang zu nutzen und für eine Entspannung der Situation zu sorgen.

Nordkorea hat die Staatengemeinschaft im Februar mit einem weiteren Atomtest brüskiert. Nach einer Verschärfung der Sanktionen durch den UNO-Sicherheitsrat drohte das Land den USA dann mit einem Atomangriff. Zudem kappte Pjöngjang alle Kommunikationsverbindungen mit der südkoreanischen Regierung.

Innenpolitische Machtspiele

Hinter der Kriegsrhetorik verbirgt sich nach Einschätzung der US-Geheimdienste der Versuch des neuen Machthabers Kim Jong Un, seine Macht innenpolitisch zu festigen. Auch wolle er Nordkoreas Verhandlungsposition im Streit um das Atomprogramm verbessern, sagte der Nationale Geheimdienstdirektor von Obama, James Clapper.

Zugleich nahm er bei einer Anhörung vor dem Geheimdienst-Ausschuss des Repräsentantenhauses die Regierung in Peking in die Verantwortung: "Wenn überhaupt jemand wirklichen Einfluss auf Nordkorea hat, dann ist das China." Die Anzeichen würden sich mehren, dass China als Nordkoreas einziger Verbündeter seine Geduld langsam, aber sicher verliere, sagte Clapper.

Fortschritte bei Atomwaffen

Nach einem Bericht der "New York Times" geht der US-Militärgeheimdienst offenbar von Fortschritten bei nordkoreanischen Atomwaffen aus. Die Defense Intelligence Agency (DIA) gehe mit ziemlicher Sicherheit davon aus, dass das Regime "derzeit über Nuklearwaffen verfügt, die von ballistischen Raketen getragen werden können".

Allerdings dürfte die Zuverlässigkeit eher gering sein, berichtete die Zeitung, die nach eigenen Angaben Einsicht in den vertraulichen Bericht gehabt hat. Hohe Militärs wollten den Zeitungsbericht zunächst nicht kommentieren. Ein Pentagonsprecher sagte lediglich, man sei "sehr besorgt".

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SDA-ATS