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Kurz vor dem erwarteten Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete ist der neue Machthaber Kim Jong Un zum Ersten Sekretär der herrschenden Arbeiterpartei ernannt worden. Damit hat er nun praktisch den Posten des Parteichefs inne.

Sein Vater und Vorgänger Kim Jong Il wurde bei einem Sondertreffen der Partei posthum zum "ewigen Generalsekretär" ernannt, wie die staatlichen Medien des kommunistischen Landes am Mittwoch berichteten.

Kim Jong Il war im Dezember gestorben. Er hatte seinen jüngsten Sohn schrittweise zum Nachfolger aufgebaut. Kurz nach dem Tod des Vaters war der noch nicht 30-jährige Kim Jong Un bereits zum "obersten Führer" der Partei, der Streitkräfte und des Staates ausgerufen worden.

Die Ernennung fällt zusammen mit dem für in den kommenden Tagen erwarteten und international heftig kritisierten Raketenstart. Nordkorea treibt ungeachtet der Warnungen der Staatengemeinschaft die Vorbereitungen für den Start einer Langstreckenrakete weiter voran.

Die Rakete werde derzeit betankt, sagte der Leiter des nordkoreanischen Satelliten-Kontrollzentrums, Paek Chang Ho, am Mittwoch vor ausländischen Medienleuten. Wie lange der Vorgang dauere, sagte er nicht. Auch zum Zeitpunkt des Starts äusserte er sich nicht. "Das werden meine Vorgesetzten entscheiden."

Nordkorea will die Rakete Unha-3 zwischen Donnerstag und nächstem Montag starten. Der Termin richtet sich nach dem 100. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung.

Clintons Warnung

Nach offiziellen Angaben soll sie einen Wettersatelliten ins All bringen, Nachbarstaaten und die USA vermuten aber einen militärischen Test für eine Rakete, die mit Atomsprengköpfen bestückt auch Alaska erreichen könnte.

Der Start würde die Ansicht stützen, dass Nordkoreas Führung verbesserte Beziehungen mit dem Rest der Welt "als eine Bedrohung ihres Systems betrachtet", sagte US-Aussenministerin Hillary Clinton am Dienstag in Annapolis.

In Südkorea, das nach dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 formal noch im Kriegszustand mit dem kommunistischen Norden ist, wird bereits vermutet, dass neben dem Raketentest auch ein dritter Atomtest in Vorbereitung ist. Geheimdienstkreise berichten unter Berufung auf Satellitenaufnahmen, dass dafür bereits Tunnel gegraben würden.

SDA-ATS