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Markus Spillmann, der Chefredaktor der "Neuen Zürcher Zeitung", tritt zurück. Wer seine Nachfolge antritt, ist noch offen. Die Suche sei eingeleitet worden, teilte die NZZ-Mediengruppe am Dienstag mit. Vorderhand wird eine interimistische Lösung installiert.

Bis eine definitive Nachfolge gefunden ist, leiten die drei stellvertretenden Chefredaktoren die NZZ-Redaktion: René Zeller, Luzi Bernet und Colette Gradwohl. Damit werde Kontinuität gewährleistet, heisst es in der Mitteilung.

Hinter dem Abgang stehen unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die Gruppe ihre publizistische Leitung im Geschäftsbereich NZZ neu organisieren soll. Zum Geschäftsbereich gehören die "Neue Zürcher Zeitung", die "NZZ am Sonntag" und das Onlineportal nzz.ch.

Spillmann war bisher in Personalunion NZZ-Chefredaktor und Leiter Publizistik im Geschäftsbereich NZZ. Die beiden Funktionen sollen neu definiert und die publizistischen Prozesse entsprechend geordnet werden, heisst es in der Mitteilung.

Zur Zeit sei man daran, sich "gezielt auf die Anforderungen eines veränderten Marktumfeldes auszurichten". Dies gelte auch für die Organisation der publizistischen Leitung im Geschäftsbereich NZZ.

Man wolle die Aufgaben "auf mehrere Schultern verteilen". Seit längerem hätten Spillmann und der Verwaltungsrat der NZZ-Mediengruppe diesbezüglich Gespräche geführt.

Uneinig über Umsetzung von Veränderungen

Über die Stossrichtung der angepeilten Veränderungen seien Spillmann und der Verwaltungsrat einig, über die konkrete Umsetzung nicht. Aus diesem Grund sei man übereingekommen, dass er auf Ende Jahr von seinen Funktionen zurücktrete.

In den nächsten Wochen wird der Verwaltungsrat nun die künftige Organisation der publizistischen Leitung festlegen. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für Spillmann ist bereits eingeleitet worden.

NZZ in die digitale Welt gebracht

Spillmann war seit April 2006 NZZ-Chefredaktor. In dieser Funktion war er auch Leiter Publizistik im Geschäftsbereich NZZ. Begonnen hatte der heute 47-Jährige bei der NZZ"bereits 1995, zunächst als Dienstredaktor, später als Auslandredaktor.

Ab 2001 wirkte er bei der Lancierung der "NZZ am Sonntag" mit. Im Frühling 2002 übernahm er dort die Leitung des Ressorts International und war Stellvertreter des Chefredaktors.

In seiner Zeit als NZZ-Chefredaktor habe Spillmann den "Wandel von der traditionellen Zeitung in die digitale Welt erfolgreich auf den Weg gebracht", heisst es in der Mitteilung. Er habe eine der ersten konvergenten Redaktionen in der deutschsprachigen Medienlandschaft eingeführt.

Unter anderem verantwortete Spillmann gemäss Mitteilung das Redesign der NZZ, die Neulancierung von nzz.ch sowie die erste Paywall der Schweiz. In seinen Funktionen als Vorsitzender der NZZ-Gruppenleitung und später als Mitglied der Unternehmensleitung habe er "massgeblich zur strategischen Weiterentwicklung der Gruppe beigetragen".

Der Verwaltungsrat möchte Spillmann im Unternehmen behalten. Entsprechende Optionen werde man mit ihm zusammen prüfen, teilte die Mediengruppe mit. Spillmann selbst war nicht erreichbar.

Seit 1995 bei der NZZ

Der gebürtige Basler Spillmann hatte an den Universitäten Basel und Zürich Geschichte, Politische Wissenschaften und Volkswirtschaftslehre studiert. 1995 ging er zum "Badener Tagblatt", wechselte aber noch im gleichen Jahr zur NZZ. Spillmann lebt in Zürich. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Dass jemand den NZZ-Chefredaktoren-Posten vorzeitig verlässt, ist nicht üblich. Spillmanns Vorgänger, Hugo Bütler (1985-2006), Fred Luchsinger (1968-1984) und Willy Bretscher (1933-1967), waren bei ihrem Rücktritt alle 62-jährig oder älter.

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SDA-ATS