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Jeder vierte Erwachsene bekundet Mühe, am Computer Aufgaben zu lösen. Dies ergab eine am Dienstag publizierte Studie der OECD. Laut dieser lesen und rechnen Japaner am besten, während Südeuropäer in allen untersuchten Kategorien am schlechtesten abschneiden.

Erstmals hatte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geprüft, wie es um die Bildung der 16- bis 65-Jährigen steht. Rund 160'000 Menschen wurden im Rahmen der Studie "Programme for the International Assessment of Adult Competencies" (PIAAC) befragt, mindestens 5000 Personen in jedem der 24 teilnehmenden Ländern.

Der Fokus lag auf den Schlüsselkompetenzen, die in Beruf und Alltag relevant sind. Dazu zählen etwa das Lesen und Verstehen kurzer Texte oder das Lösen einfacher Rechnungen, wie sie etwa beim täglichen Einkauf erforderlich sind.

Bereits mit PC-Maus überfordert

Ein trauriges Bild zeichnete die Studie, was den Umgang Erwachsener mit neuen Technologien anging. Die grössten Probleme hatten die Befragten bei der Lösung von Aufgaben am Computer. Bis zu einem Viertel der Test-Teilnehmer hatte keinerlei PC-Erfahrung oder scheiterte schon an Aufgaben wie der Bedienung einer Maus.

Beim Leseverständnis und Mathematik belegte Japan Platz eins. Top-Ergebnisse erzielten auch Finnland, Schweden, Norwegen und die Niederlande; diese Länder landeten in allen drei Testbereichen über dem OECD-Durchschnitt.

Auf den hinteren Plätzen lagen die europäischen Schuldenländer Italien und Spanien. Mehr als einer von vier Italienern oder Spaniern erreichte nur das niedrigste Lese-Niveau.

Auch in Frankreich, Grossbritannien, Südkorea, Zypern, die USA, Polen und Irland sah es nicht viel besser aus, wo in keinem einzigen Bereich der OECD-Schnitt erreicht wurde. Deutschland und Österreich bewegten sich im Mittelfeld.

Männer schneiden besser ab

Wie die Studie ergab, spielten Alter, Geschlecht, Ausbildung und Beruf eine Rolle fürs Abschneiden: Männer schnitten sowohl beim Lesen - hier allerdings nur knapp - als auch bei der Alltagsmathematik und beim Problemlösen am PC besser ab als Frauen.

Personen mit höherem Bildungsabschluss und Einkommen erreichten erwartungsgemäss auch ein höheres Kompetenzniveau; Erwerbstätige erzielten bessere Ergebnisse als Arbeitslose und Nicht-Erwerbstätige. Jüngere zeigten ebenfalls höhere Kompetenzen als Ältere, am besten löste die Altersgruppe um die 30 Jahre die Aufgaben.

Beschäftigte in der Informations- und Kommunikationsbranche sowie im Finanz- und Versicherungssektor erzielten die besten Leseleistungen. Unterdurchschnittliche Leistungen zeigten vor allem Beschäftigte in der Hotellerie und Gastronomie sowie der Land- und Forstwirtschaft. Nach Berufsgruppen geordnet erzielten die akademischen Berufe die besten Leistungen, die schlechtesten Werte wiesen Hilfsarbeiter auf.

Die Schweiz nahm nicht teil

Die Schweiz nahm nicht an der Studie teil. Martin Fischer, Sprecher des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), sagte auf Anfrage, die Schweiz habe 2005 an einer vergleichbaren Studie der OECD teilgenommen. Der Bund und Kantone hätten sich jedoch gegen ein Mitmachen bei PIAAC entschieden, da der zu erwartende Erkenntnisgewinn zu tief gewesen wäre, um die hohen Kosten zu rechtfertigen.

In einer früheren Untersuchung zeigte sich, dass hierzulande jeder sechste Erwachsene schwach im Lesen ist. Die Zahlen stammen aus dem Adult Literacy and Life Skills Survey (ALL), der 2003 in der Schweiz und fünf anderen Ländern durchgeführt wurde.

Beim Lesen zusammenhängender Texte erreichten in der ALL-Studie 16 Prozent der 16- bis 65-Jährigen in der Schweiz lediglich die tiefste Stufe auf einer Kompetenzskala, wie sie derjenigen der OECD entspricht. Das entspricht 800'000 Personen, die nicht in der Lage waren, einen sehr einfachen Text zu verstehen.

Im internationalen Vergleich schnitten Schweizer Erwachsene damit mittelmässig ab. Im Rechnen, wo 9 Prozent der Bevölkerung nicht über das tiefste Kompetenzniveau hinaus kamen, erzielte die Schweiz hingegen ein sehr gutes Resultat.

SDA-ATS