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Es war eine der grössten Umweltkatastrophen der Welt: Nach der Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" im Jahr 2010 flossen etwa 580'000 Millionen Liter Rohöl in den Golf von Mexiko.

Nun haben Lausanner und US-Forscher analysiert, welche Giftstoffe bis heute in den Ölresten vorkommen. Das Team um Samuel Arey von der ETH Lausanne (EPFL) und der Wasserforschungsanstalt Eawag hatte zwischen April und November 2011 acht ölgetränkte Sandfladen an Golfstränden gesammelt. Mit Hilfe von neuen Labor- und Analysemethoden hat es deren Zusammensetzung präzise ermittelt, wie die EPFL am Mittwoch mitteilte.

Die Ölklumpen, die bis heute die Strände verseuchen, bestanden demnach zu 66 Prozent aus sauerstoffhaltigen, zu 26 Prozent aus gesättigten und zu 7 Prozent aus aromatischen Kohlenwasserstoffen. Die Forscher berichten darüber im Fachjournal "Environmental Science & Technology".

Kohlenwasserstoffe sind die Hauptbestandteile von Erdöl und Erdgas. Von allen drei Substanzgruppen sei bekannt, dass sie Lebewesen schädigen können, schrieb die EPFL.

Meerestiere nehmen Rückstände auf

Areys Team und Kollegen von der Woods Hole Oceanographic Institution in den USA stellten fest, dass 19 Monate nach dem Unfall rund die Hälfte des Öls, das diese Rückstände erzeugt, verdunstet oder von Mikroorganismen abgebaut worden war. Die andere Hälfte sammelt sich in langlebigen Rückständen, die an den Meeresgrund sinken oder ans Ufer geschwemmt werden, wo Meerestiere sie aufnehmen können.

"Die Zusammensetzung der langlebigen Ölreste zu kennen ist entscheidend, um die langfristigen Auswirkungen auf die Wildtiere zu bestimmen", liess sich Arey in der Mitteilung zitieren. Bisher sei relativ wenig über die Giftigkeit der langlebigen Rückstände bekannt, da ihre chemische Zusammensetzung relativ schwierig zu bestimmen sei.

Bei der Explosion der Förderplattform "Deepwater Horizon" im April 2010 waren elf Menschen gestorben. 580'000 Millionen Liter Öl - etwa der Inhalt von 300 olympischen Schwimmbädern - liefen ins Meer. Fast vier Jahre später leide das Ökosystem immer noch unter den Folgen, die sich in reduzierten Fischfängen, Massensterben, Fehlbildungen, Sterilität oder Immunschäden bei Meerestieren äusserten, schrieb die EPFL.

SDA-ATS