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Offene Tür ermöglichte Massenausbruch von Häftlingen in Haiti

Einschusslöcher beim Eingang: Eine unverschlossene Tür machte offenbar den Massenausbruch aus einem Gefängnis in Haiti möglich.

KEYSTONE/AP/DIEU NALIO CHERY

(sda-ats)

Aus einem Gefängnis in Haiti sind über hundert Insassen geflohen. Örtliche Medien berichteten am Sonntag unter Berufung auf Polizeiangaben, 172 Gefangene seien aus der Strafvollzugsanstalt Arcahaie nahe der Hauptstadt Port-au-Prince entkommen. Einige seien bewaffnet.

Ersten Ermittlungen zufolge vergass ein Wachmann am Samstag eine Tür abzuschliessen, während die Insassen beim Essen waren, wie aus informierten Kreisen verlautete. Die Häftlinge hätten die Kantine verlassen und sich mit Polizeiwaffen bewaffnet. Bei einem anschliessenden Schusswechsel sei der leitende Wachmann getötet worden, zwei weitere Wachleute seien verletzt worden.

Ein Häftling sei auf der Flucht von einer Mauer in den Tod gestürzt, zwei weitere Gefangene seien mit Verletzungen ins Spital gebracht worden.

Die Behörden wollten zunächst keine Angaben über die Zahl der geflohenen Insassen und der Opfer machen. Die Regierung erklärte, Spezialeinheiten seien vor Ort, um das Gelände zu sichern. Anwohner seien aufgefordert worden, mit der Polizei zu kooperieren.

Haiti ist das ärmste Land des amerikanischen Kontinents, die Gefängnisse des Karibikstaates sind völlig überfüllt. Die meisten der Insassen warten auf ein Gerichtsverfahren.

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