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Waren die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro gekauft? Die Indizien für eine solche Annahme verdichten sich weiter.

Der Chef des Organisationskomitees der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro, Carlos Arthur Nuzman, ist wegen des Verdachts des Stimmenkaufs festgenommen worden. Die Festnahme erfolgte in seinem Haus im Stadtteil Leblon in Rio. Auch der Marketing-Chef der Spiele, Leonardo Grynner, wurde nach einem Bericht des Portals "O Globo" festgenommen.

Vor einem Monat war Nuzmans Anwesen durchsucht worden. Nuzman ist seit 22 Jahren der Chef des Nationalen Olympischen Komitees Brasiliens. Bei der IOC-Vollversammlung in Lima hat der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach betont: "Wenn Beweise vorgelegt werden, werden wir handeln". Glaubwürdigkeit sei extrem wichtig.

Staatsanwaltschaft spricht von "starken Indizien"

Auslöser waren Ermittlungen der französischen Justiz. Nuzman steht im Verdacht, afrikanischen Mitgliedern des IOC Geldzahlungen für ihre Stimmen vermittelt zu haben. Laut Staatsanwaltschaft gebe es dafür "starke Indizien". Berichten zufolge soll unter anderem die Stimme des langjährigen Chefs des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF und IOC-Mitglieds Lamine Diack aus dem Senegal gekauft worden sein.

Rio hatte sich 2009 gegen Madrid, Tokio und Chicago durchgesetzt. Drei Tage vor der Abstimmung sollen dem Sohn Diacks zwei Millionen Dollar von einem brasilianischen Unternehmer überwiesen worden sein.

Nuzman und Gryner werden verdächtigt, diese Verbindungen hergestellt zu haben. Im Rahmen der Operation "Unsauberes Spiel" werden Verbindungen zu Offshore-Konten auf den Britischen Jungferninseln sowie zu Konten in den USA und auf Antigua und Barbuda untersucht.

Weitere Zahlungen bewiesen

Brasilianische Staatsanwälte haben mittlerweile Beweise dafür gefunden, dass die Zahlungen, die für den Stimmenkauf zur Austragung der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro getätigt wurden, nicht auf die ursprünglich gedachten zwei Millionen Dollar beschränkt waren, wie sie am Donnerstag auf einer Pressekonferenz mitteilten.

Nach der Verhaftung von Nuzman wurde bekannt, dass mindestens weitere 500'000 Dollar an Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gezahlt wurden, um die Vergabe der Spiele an Rio zu sichern.

Nuzmans Verteidiger Nelio Machado hat die Vorwürfe über die angeblichen Stimmenkäufe indes abgestritten. Brisant ist die Tatsache, dass das Vermögen des OK-Chefs zwischen 2006 und 2016 um 416 Prozent gestiegen ist. Darunter war auch Besitz in Europa - wie etwa 16 Kilogramm Gold in der Schweiz - der erst nach Beginn der Ermittlungen über etwaige gekaufte Stimmen offiziell deklariert wurde.

Das IOC teilte mittlerweile mit, dass es mit den brasilianischen Behörden in der Angelegenheit kooperieren werde.

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SDA-ATS