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Die Opfer des Milliardenbetrügers Bernard Madoff können auf ein Happy End hoffen. Bis Ende Jahr will der Geschädigtenvertreter mindestens einen Teil des Geldes auszahlen, das er bei Banken und anderen Nutzniessern des Schneeballsystems eingeklagt hat.

Die Rückgabe kündigten Geschädigtenvertreter Irving Picard und sein Chefjurist David Sheehan am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten an. Picard hat den Opfern bisher insgesamt fast 10 Milliarden Dollar gesichert. Das ist die Hälfte des geschätzten tatsächlichen Schadens.

Das Gros der Summe stammt aus einem Vergleich mit den Erben des verstorbenen Milliardärs Jeffry Picower. Dieser hatte nach Ansicht von Picard über Jahrzehnte massiv von Madoffs Machenschaften profitiert und davon sogar gewusst.

Allerdings ist der Vergleich noch nicht in trockenen Tüchern. Deshalb will Picard bei der Entschädigung der Opfer vorerst nur auf rechtlich unbedenkliche 2,6 Milliarden Dollar zurückgreifen. Auch dazu bedarf es allerdings der Zustimmung eines Richters.

Eine Anhörung ist für April geplant. "Wir würden das Geld gerne so schnell wie möglich verteilen", sagte Picard.

Über 1000 Klagen angestrengt

Der Treuhänder hat nach eigenen Angaben weltweit mehr als 1000 Klagen angestrengt mit Gesamtforderungen von 100 Milliarden Dollar. Zu den Beklagten gehören eine ganze Reihe von Grossbanken, die mit Madoff Geschäfte machten und nach Ansicht von Picard in vielen Fällen vom Betrug wussten oder hätten wissen müssen.

Madoff hatte Anleger mit Traumrenditen gelockt. Die vermeintlichen Profite zahlte er mit dem Geld neuer Kunden. Der 72-Jährige wurde 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt. Einer seiner zwei Söhne konnte die Erniedrigung nicht mehr ertragen und erhängte sich im Dezember - genau zum Jahrestag, an dem der Betrug 2008 aufgeflogen war.

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SDA-ATS