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Enormes Interesse an den Pferden aus der geschlossenen Pferdezucht in Hefenhofen: Organisierte Tierschützer sicherten sich mit gemeinsamem Vorgehen zahlreiche der Tiere - und verärgerten damit Privatkäufer.

KEYSTONE/ANTHONY ANEX

(sda-ats)

Die Pferde des mutmasslichen Tierquälers von Hefenhofen TG stossen beim Verkauf vom Donnerstag in Schönbühl BE auf grosses Interesse. Organisierte Tierschützer sicherten sich mit gemeinsamen Vorgehen zahlreiche Tiere - zum Ärger privater Interessenten.

Die einzelnen Pferde werden am Anlass auf der Armeeanlage Sand jeweils mit Widerristhöhe und Rasse vorgestellt. Dann können die Interessenten bieten. Am Schluss entscheidet bei Erreichen des Maximalpreise von 500 Franken über dem Einstandspreis das Los. Bis zu 40 Personen boten für ein Pferd den Maximalpreis. Bei der ersten Verkaufspause Pause kurz vor elf Uhr waren alle Tiere zum Maximalpreis verkauft worden.

Zu den Käufern eines Pferdes gehörten etwa Walter Küffer und seine Tochter Tajna aus Ins BE. Der Vater sagte der Nachrichtenagentur sda, er halte bereits Pferde, aber ältere. Die Aktion sei nun die Gelegenheit, ein jüngeres zu kaufen - für seine Tochter, die sich sichtlich über den Kauf freute. Diese sagte, ein zweites Motiv sei, dass das Pferd nun ein schöneres Leben als in Hefenhofen habe.

Einer weiteren Käuferin, die anonym bleiben wollte, war die Aktion zu "überstürzt". Es sei nicht genügend Zeit geblieben, die Tiere wirklich anzuschauen. Für den Verkauf rechnet die Armee mit einem ganzen Tag.

Tierschützer bieten gemeinsam

Derweil zeigten sich einige Pferdefreunde verärgert über Tierschützer, die organisiert und gemeinsam boten. Sie hatten den Thurgauer Behörden im Vorfeld Plätze angeboten und wollten nun ihre "Pferde zurückholen".

"Als Privater hat man hier keine Chance", ärgerte sich ein Pferdehalter aus dem Emmental am Donnerstagmorgen am Rande des Versteigerungsplatzes in Schönbühl. Auch zwei Männer aus der Ostschweiz, die gegen Mittag verschwitzt und ohne Pferd das Gelände verliessen, waren enttäuscht: "Das ist nicht fair."

Der Grund: Bereits beim ersten Dutzend der vorgeführten Pferde zeigte sich, dass immer wieder dieselben Gesichter beim Bieten auftauchten - und nach vorne traten, wenn es darum ging, bei mehreren Interessenten das Los entscheiden zu lassen.

Ein Vertreter der Organisation "Pferde in Not" bestätigte der Nachrichtenagentur sda das Vorgehen. "Wir holen unsere Pferde zurück", sagte er. Seine Organisation habe den Thurgauer Behörden im Vorfeld 300 Plätze angeboten, doch das Angebot sei abgelehnt worden.

Pferde im Voraus verteilt

Nun haben sich Vertreter von "Pferde in Not" - mit Unterstützung der Stiftung für Tiere in Not Animal Help - zusammengeschlossen, um gemeinsam zu bieten und damit die Kaufchancen zu erhöhen. Die Pferde sollen an einen sicheren Platz kommen und nicht über Umwege beim Metzger landen.

Interessierte Private hätten sich im Vorfeld ein Pferd oder mehrere ausgesucht, die sie kaufen wollten, sagte der Tierschützer. Er wollte nach Anfeindungen im Netz und vor Ort in Schönbühl seinen Namen nicht nennen. Für diese Privaten habe man die Pferde ersteigert.

Moderator Henri Spychiger - Ehrenpräsident des Schweizerischen Freibergerverbands - bestätigte gegenüber der sda: Auch er habe dieses Vorgehen beobachtet, man könne es aber nicht verhindern. Gleichwohl rief Spychiger die Hunderten von Anwesenden mehrmals auf Deutsch und Französisch zu Fairplay auf - pro Organisation solle nur eine Person mitbieten.

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SDA-ATS