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Als erster pakistanischer Staatschef seit sieben Jahren ist Asif Ali Zardari nach Indien gereist. Bei seiner als "privat" bezeichneten Reise traf Zardari am Sonntag in Neu Delhi den indischen Regierungschef Manmohan Singh.

Zardari und Singh kamen zunächst zu einem rund 40-minütigen Gespräch und dann zu einem gemeinsamen Mittagessen zusammen. Zardari sprach auf einer anschliessenden Medienkonferenz von "sehr produktiven" Gesprächen, bei denen "alle Themen angesprochen wurden, die möglich waren".

Es sei das Ziel seines Landes, bessere Beziehungen zu Indien zu haben, sagte Zardari. Zudem lud er Singh zu einem Gegenbesuch nach Pakistan ein.

Singh sagte, er sei "sehr zufrieden" mit dem Verlauf der Gespräche. Er nehme die Einladung nach Pakistan an, Angaben zu einem Zeitpunkt machte er aber nicht. Es sei das gemeinsame Ziel beider Staaten, die Beziehungen zueinander zu normalisieren.

Beobachter erhofften sich von Zardaris Besuch eine leichte Verbesserung der angespannten Beziehungen der beiden Atommächte, die seit ihrer Unabhängigkeit 1947 drei Kriege gegeneinander geführt haben. Grosse Fortschritte in zentralen Streitpunkten waren aber nicht erwartet worden.

Konflikt-Thema Kaschmir

Bei den Gesprächen ging es nach Angaben des indischen Aussenministers Ranjan Mathai unter anderem um die Lage in Kaschmir. Die geteilte Region wird von beiden Staaten für sich beansprucht. Auch der Umgang Pakistans mit der pakistanischen Islamistengruppe Lashkar-e-Taiba (LeT) war Thema der Gespräche.

Lashkar-e-Taiba wird von den indischen Behörden für die Anschläge in Mumbai, dem ehemaligen Bombay, im Jahr 2008 mit 166 Toten verantwortlich gemacht.

LeT-Gründer Mohammad Saeed lebt unbehelligt in Pakistan, das Oberste Gericht des Landes hatte 2010 geurteilt, dass es nicht genug Beweise für eine Festnahme Saeeds gebe. Vor einer Woche rief die US-Regierung zehn Millionen Dollar für Informationen aus, die seine Verurteilung vor Gericht erlauben würden.

Die Terroranschläge von Mumbai Ende 2008 mit mehr als 160 Toten hatten die Beziehungen zwischen den beiden Atommächten erheblich belastet. Neu Delhi macht pakistanische Extremisten für die Tat verantwortlich.

SDA-ATS