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Papst wechselt Kommandanten der Schweizergarde aus

Der Papst hat den Kommandanten der Päpstlichen Schweizergarde Daniel Rudolf Anrig entlassen. Anrig bleibt bis zum 31. Januar 2015 im Amt und wird dann ersetzt, wie die vatikanische Tageszeitung "Osservatore Romano" am Mittwoch berichtete.

Papst Franziskus habe Anrigs Amtsverzicht angenommen. Die Schweizergarde bestätigte am Mittwoch den Bericht des "Osservatore Romano". Einen Nachfolger nannte die Zeitung nicht.

Gemäss übereinstimmenden Berichten der römischen Tageszeitung "Il Messaggero" und der auf den Vatikan spezialisierten französischen Nachrichtenagentur i.media soll Christoph Graf auf Anrig folgen. Der gebürtige Pfaffnauer (LU) Graf gehört seit 27 Jahren zur päpstlichen Wachtruppe und ist seit Oktober 2010 ihr Vizekommandant.

Die Schweizergarde wollte die Personalie Graf am Mittwoch nicht bestätigen. Graf sei lediglich ein "möglicher Kandidat". Die Ernennung des neuen Kommandanten müsse noch erfolgen.

Zu streng?

Der 42-jährige Anrig leitete die Schweizergarde seit dem 1. Dezember 2008. Er war wie im Vatikan üblich zunächst für fünf Jahre bestellt worden. 2013 war seine Amtszeit verlängert worden. Laut "Il Messaggero" beschloss der Papst, Anrig zu ersetzen, weil es offenbar Unmut unter den Schweizergardisten wegen der strengen Disziplin des Kommandanten gab.

Die 120 Gardisten seien zu anstrengenden langen Wachzeiten gezwungen. Christoph Graf, der mutmassliche Nachfolger Anrigs, sei weniger streng und könne mit den jungen Schweizergardisten väterlicher Umgehen, berichtete das Blatt.

Gemäss der italienischen Nachrichtenagentur ANSA sorgte Anrig ausserdem für Kritik, weil er eine grosse Wohnung über der Kaserne der Schweizergarde eingerichtet hatte. Die Ankündigung, dass Anrig ersetzt wird, erfolgte während des Ad Limina-Besuchs der Schweizer Bischöfe im Vatikan. Dies wird von Vatikan-Insidern nicht als Zufall betrachtet.

Die Schweizergarde besteht seit dem Jahr 1506, sie hatte im Jahr 2006 ihren 500. Geburtstag gefeiert. Heute besteht Schutztruppe aus 110 Mann und ist für den Personenschutz des Papstes sowie für die Sicherung der Eingänge des Vatikan zuständig. Die meisten Rekruten verpflichten sich heute für eine zweijährige Dienstzeit.

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