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Frankreich organisiert die WM in Paris unter anderem, um Eishockey im eigenen Land bekannter zu machen. Um die Randsportart ins Rampenlicht zu holen, sind Siege der "Équipe tricolore" Gold wert.

Es wäre vermessen zu behaupten, die WM würde Paris in Aufruhr versetzen. Mit Ausnahme der Gegend rund um die Arena wird das Turnier nicht wahrgenommen. Plakate oder sonstige Werbemassnahmen sucht man in der Stadt vergebens.

Die Eishockey-Touristen, die mit ihren farbigen Trikots und den Gesichtsbemalungen auffallend durch die Strassen der französischen Hauptstadt schlendern, werden von den Menschen kritisch beäugt. Die zahlreichen Polizisten, die wegen des Ausnahmezustandes im Land vor dem Stadion patrouillieren, wirken verloren.

Es ist gut möglich, dass die WM in der Gunst der Bevölkerung nun etwas steigt. Nach dem überraschenden 5:1-Triumph gegen die Finnen am Sonntag ist die Eishockey-WM immerhin schon einmal in der Hierarchie der bekannten Sportzeitung "L'Équipe" gestiegen. Der Spielbericht über den historischen ersten WM-Sieg über Finnland liest sich immerhin vor der Berichterstattung über den Giro d'Italia - auf den Seiten 28 und 29.

Das Beispiel zeigt, Eishockey hat in Frankreich keine flächendeckende Ausstrahlung. Hinter Fussball, Rugby, Handball und zahlreichen anderen Mannschaftssportarten hat es das Eishockey mehr als schwer - mit Ausnahme weniger Gegenden in den Alpen und im Nordwesten des Landes. Im Vorfeld des Turniers publizierten Zeitungen und TV-Stationen primär erklärende Berichte über die Sportart.

Dabei spielte der französische Verband einst eine führende Rolle. Er gehörte 1908 nebst jenen aus der Schweiz, Belgien und England zu den vier Gründungsverbänden der IIHF. Nachdem die Sportart in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, gehört Frankreich seit 2008 ununterbrochen wieder der höchsten Division an. 2014 in Minsk schafften die Franzosen gar den Einzug in die Viertelfinals.

Selbiges strebt die Mannschaft von Dave Henderson, der seit 2004 an der Bande der "Équipe tricolore" steht, auch an ihrem Heimturnier an. Nach dem Exploit gegen Finnland und vor dem Duell mit der Schweiz befinden sich die Franzosen auf Kurs. "Es ist enorm, in Paris vor unseren Fans eines der Top-6-Teams zu schlagen", so Henderson nach dem Sieg gegen die Finnen.

Mit Goalie Cristobal Huet sowie den NHL-Stürmern Pierre-Edouard Bellemare (Philadelphia) und Antoine Roussel (Dallas) besitzt Frankreich überaus starke Einzelspieler. Der Trumpf ist aber die eingespielte Mannschaft. Auch gegen Finnland sei es "ein Erfolg der ganzen Gruppe" gewesen, so Henderson. "Wir können gegen grosse Mannschaften, auch gegen die Schweiz, nur als Team gewinnen. Das wird am Dienstag nicht anders sein."

Huet gilt seit Jahren als defensive "Lebensversicherung". Und NHL-Stürmer vom Kaliber von Bellemare, Roussel oder auch Stéphane da Costa (ZSKA Moskau/KHL) sucht man im diesjährigen Schweizer WM-Kader vergebens. Jahrelang galt Philippe Bozon als einziger Star des französischen Eishockeys. Der in der Schweiz bestens bekannte Stürmer war in den Neunzigerjahren der erste Franzose, der es in die NHL schaffte.

Es wäre das Wunschszenario der französischen Organisatoren, wenn Bozons Nachfolger Huet, Bellemare und Roussel ihre Mannschaft am Dienstag zum nächsten Triumph führen würden - für den sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg der WM. Unrealistisch ist ein Sieg Frankreichs nicht. 2012 setzte sich Hendersons Team in Helsinki im vorletzten WM-Duell mit der Schweiz 4:2 durch.

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SDA-ATS