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Perchlorat-Rückstände in Früchten und Gemüse geben Experten im In- und Ausland Rätsel auf. Niemand weiss derzeit, wie der Stoff, der in Medikamenten, Munition und Raketentriebsätzen verwendet wird, in die Kulturen gelangt.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat nun provisorische Höchstwerte festgelegt. Perchlorate sind zwar nicht direkt giftig. Weil sie die Aufnahme von Iod im Körper hemmen und damit den Stoffwechsel beeinträchtigen können, sind sie aber alles andere als unbedenklich.

Genauere Erkenntnisse gibt es zur Zeit nicht: Gemäss einer Information des BAG vom Montag ist nicht bekannt, was die Quelle der erhöhten Perchlorat-Werte in den Früchten und Gemüse ist. Ebenso fehlen Informationen zu Gesundheitsrisiken oder verbindliche Grenzwerte.

BAG: Keine Gesundheitsgefährdung

Vorerst hat das BAG provisorische Höchstwerte festgelegt. Dabei gilt der Grundsatz, dass nur technisch unvermeidbare und gesundheitlich unbedenkliche Mengen von Fremdstoffen in Lebensmitteln vorkommen dürfen, wie das BAG schreibt. Die bisher gemessenen Werte von Perchloraten liegen offenbar unter den vom BAG angegebenen Höchstwerten.

"Die Daten, die wir haben, zeigen keine Konzentrationen, die eine Gesundheitsgefährdung verursachen", sagte Michael Beer von der Abteilung Lebensmittelsicherheit des BAG auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. "Trotzdem sind die Stoffe in Lebensmitteln unerwünscht." Ausserdem müsse sichergestellt werden, dass tatsächlich keine hohen Konzentrationen von Perchloraten in Lebensmitteln vorkämen.

Untersuchungen führen derzeit sowohl die Lebensmittelbranche wie auch die Kantonschemiker durch. Das BAG wartet ausserdem auf eine Studie der Europäischen Lebensmittelsicherheitsagentur, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt wird. Diese soll noch vor Ende Jahr vorliegen.

Laut Beer steht die Hypothese im Vordergrund, dass die Kontamination durch Düngemittel erfolgt, da Perchlorate natürlicherweise in Mineraldüngern vorkommen. Auch Nährstofflösungen und Pflanzenschutzmittel würden als Kontaminationsquellen untersucht.

Hinweise aus dem Ausland

Noch stehen die Behörden aber vor einem Rätsel. Die ersten Hinweise auf erhöhte Perchlorat-Werte kamen aus dem Ausland. Darauf habe die Lebensmittelbranche in der Schweiz Proben durchgeführt und ebenfalls erhöhte Konzentrationen festgestellt, sagte Beer.

Schon im August schloss das BAG in einem Schreiben eine gesundheitliche Beeinträchtigung aus. Es empfiehlt jedoch, Lebensmittel mit Perchlorat-Konzentrationen über den provisorischen Höchstwerten aus Gründen des Gesundheitsschutzes und des Täuschungsschutzes zu beanstanden. "Für Konsumenten gibt es aber keinen Grund, ihr Verhalten zu ändern", sagte er.

Perchlorate sind Salze der Perchlorsäure, die sowohl natürlich im Boden und in der Atmosphäre vorkommen als auch industriell hergestellt und eingesetzt werden können. Weil sie die Iod-Aufnahme hemmen, werden sie in der Medizin zur Regulierung der Schilddrüsenfunktion verwendet. Als Oxidationsmittel werden sie in Munition, Raketen und Feuerwerkskörpern eingesetzt.

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SDA-ATS