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Proteste: In Peru zeigt sich neben Demonstrationen auf Strassen auch Unmut in der Oppositionspartei über die Begnadigung des Ex-Präsidenten Fujimoris.

KEYSTONE/EPA EFE/EDUARDO CAVERO

(sda-ats)

Die umstrittene Begnadigung von Perus Ex-Präsident Alberto Fujimori und die gescheiterte Amtsenthebung von Staatschef Pedro Pablo Kuczynski stellen die grösste Oppositionspartei des Andenlandes vor eine Zerreissprobe.

Der rechte Flügel der rechtspopulistischen Fuerza Popular (FP) sagte am Dienstag (Ortszeit), er werde disziplinarische Massnahmen gegen zehn eigene Abgeordnete ergreifen, die im Parlament nicht für die Amtsenthebung Kuczynskis gestimmt hatten. Dank dieser Stimmen war Kuczynski vergangene Woche dem schon sicher geglaubten Amtsverlust entgangen.

Die meisten Beobachter glauben, dass es eine Art schmutzigen Deal gab, mit dem Kuczynski im Amt bleiben konnte und Fujimori als Gegenleistung 15 Jahre vor seinem eigentlichen Haftende freikam. Eine tragenden Rolle schreiben Kritiker dabei Fujimoris Sohn Kenji zu, welcher FP angehört und die Gruppe der zehn Abgeordneten angeführt hatte.

Auch Fujimoris Tochter Keiko hat grossen Einfluss in der FP, die sie anführt. Die Rechtspopulistin hatte die Stichwahl 2016 gegen den liberalen Kuczynski verloren. Hintergrund für die Abstimmung über seinen Verbleib im Amt waren Vorwürfe, er sei in den Korruptionsskandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verwickelt. Der 79-Jährige bestreitet dies.

Der 79-jährige Fujimori war 2007 unter anderem als Mitverantwortlicher für 25 Morde während seiner Amtszeit (1990 bis 2000) verurteilt worden. Der Ex-Präsident gilt als herzkrank. Kuczynski hatte ihn an Weihnachten aus "humanitären Gründen" begnadigt und seine Entscheidung später in einer Fernsehansprache verteidigt.

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