Alle News in Kürze

Vladimir Petkovic ist in WM-Form. Der Coach der Schweiz hat einmal mehr einen wichtigen Personalentscheid gefällt und die verlustpunktlose Equipe zum 1:0-Erfolge gegen Lettland geführt.

"Wir hätten früher treffen und höher gewinnen können." Petkovic lag mit seiner Einschätzung natürlich nicht falsch. Angesichts ihrer Flut von Vorstössen und mit Blick auf ihre intensiven Bemühungen in der lettischen Platzhälfte resultierte ein zu knappes Ergebnis. Sie hätten die "eine oder andere Chance" nicht verwertet, fuhr Petkovic in seiner Analyse fort: "Dann beginnt man zu zweifeln, spielt etwas komplizierter."

Dann nahm der Schweizer Selektionär selber entscheidend Einfluss und wechselte mit Josip Drmic den Matchwinner ein. "Ich sah, dass wir im Strafraum zu wenig präsent waren", schilderte Petkovic hinterher seinen Plan, das Drehbuch zu verändern. Mehr als Intuition, mehr als ein Geistesblitz? "Als Trainer versucht man immer, etwas zu bewegen", mochte er seinen kursweisenden Personalentscheid nicht überbewerten.

Aber mit seinem aktiven Coaching hat Petkovic der Schweiz in jüngerer Vergangenheit in schwierigen Momenten nicht selten zum entscheidenden Input verholfen. Beim spektakulären Finish in Ungarn beispielsweise führte der Trainer-Joker Valentin Stocker das Team Sekunden nach seiner Einwechslung zum 3:2-Erfolg. Oder im September 2015: Unter Druck orchestrierte der Chef an der Seitenlinie in der EM-Qualifikation mit smarten Wechseln die Wende vom 0:2 zum 3:2 gegen Slowenien.

Zurück zur Aktualität, zurück zur eher umständlich erfüllten Pflicht gegen Lettland. Petkovic wertete die erfolgreiche Fortsetzung und besten Start zur einer Ausscheidungskampagne in der 122-jährigen SFV-Geschichte als Zeichen, "dass wir fähig sind, die Ruhe und Geduld zu bewahren, um aus einer schwierigen Lage zu kommen".

Bei Halbzeit des Pensums sind die Schweizer mit der maximalen Punktzahl vor dem Europameister Portugal topklassiert. Petkovic rechnet aufgrund der bisherigen Eindrücke bis zu den letzten beiden Spieltagen mit einer spannenden Angelegenheit. Seine Vorgabe mit Fernblick auf den Herbst ist klar: "Wir müssen diesen Vorteil behalten."

"Was soll ich sagen?"

Lettlands Coach Marians Pahars, 2004 mit den Balten EM-Teilnehmer und bis zum Ende der Karriere 75-facher Nationalspieler, übermittelte der Schweiz ein paar nette Komplimente: "Ein gutes, ein starkes Team." Zur Leistung der eigenen Equipe fiel ihm wenig ein: "Was soll ich sagen? Wir haben es versucht."

Mehr hatte der krasse Aussenseiter in der Tat nicht zu bieten. 352 Pässe weniger schlugen sie als die Gastgeber, Chancen hingegen erspielte sich die Nummer 111 des FIFA-Rankings keine. Das Ergebnis sei fair, so Pahars: "Die Klasse und Qualität der Schweiz war ausschlaggebend."

SDA-ATS

 Alle News in Kürze