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An einer U-Bahnstation in der Londoner Innenstadt hat es am Freitag panische Szenen aus Furcht vor einem Anschlag gegeben. Nach Polizeierkenntnissen vom Abend wurde jedoch nicht geschossen. Die Polizei hatte den Zwischenfall vorsorglich wie eine mögliche Terrorlage behandelt.

KEYSTONE/EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA

(sda-ats)

Die Massenpanik in der Londoner U-Bahnstation Oxford Circus und Bond Street ist nach Erkenntnissen der Polizei durch den Streit zweier Männer ausgelöst worden. Zuvor hatte es in der Innenstadt panische Szenen aus Furcht vor einem Anschlag gegeben.

"Unsere Beamten glauben, dass zwischen zwei Männern auf dem Bahnsteig ein Streit ausgebrochen war", teilte die Polizei am Freitagabend nach Angaben der britischen Medien mit. Die Behörden veröffentlichten eine Videoaufzeichnung der beiden unbekannten Männer und riefen sie auf, sich zu melden.

Bei der Massenpanik in der Londoner Innenstadt waren hunderte Menschen aus der U-Bahn-Station geflohen. Berichte über angebliche Schüsse sorgten für zusätzliche Aufregung. Die Polizei behandelte den Zwischenfall zunächst wie eine mögliche Terrorbedrohung, ehe am Abend Entwarnung gegeben wurde.

In London ist die Nervosität wegen der Bedrohung Grossbritanniens durch islamistischen Terrorismus besonders hoch. Das Land wurde in diesem Jahr bereits fünf Mal zum Ziel von Terroranschlägen mit insgesamt 36 Todesopfern.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan dankte den Einsatzkräften für ihre schnelle Reaktion, warnte aber davor, nachlässig zu sein. "Im Zweifel ist es immer besser, auf Nummer sicher zu gehen."

Vorübergehend evakuiert

Zuvor hatte es Berichte über Schüsse in dem belebten Gebiet um die U-Bahn-Stationen Oxford Circus und Bond Street und die nahen Einkaufsmeilen gegeben. Beide U-Bahn-Stationen waren vorübergehend evakuiert worden. Menschen flohen teils in Panik. Mindestens eine Frau soll dabei leicht verletzt worden sein.

Scotland Yard hatte eigenen Angaben zufolge mehrere Anrufe mit Berichten über Schüsse erhalten und den Vorfall zunächst wie einen Terroranschlag behandelt. Die Menschen wurden aufgefordert, sich in den Gebäuden in der Nähe der U-Bahnstation zu verstecken und sich nicht an Fenstern zu zeigen.

"Niemand hat wirklich etwas gesehen"

"Niemand hat wirklich etwas gesehen, aber alle sind gerannt, haben Taschen weggeschmissen, geweint, geschrien", sagte ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur dpa der sich während des Vorfalls in einem der umliegenden Restaurants versteckt hatte. "Das war traumatisch."

Eine Frau, die in einem Bus in Richtung des Bahnhofs Victoria unterwegs war, berichtete der Zeitung "Guardian": "Ich sah ungefähr zehn bewaffnete Polizisten, die aus einem Kastenwagen sprangen und in Richtung der U-Bahn-Station liefen. (...) Ich hörte Leute rufen, dass jemand erschossen worden sei."

Zur Aufregung scheinen auch Berichte in sozialen Medien beigetragen zu haben. So schrieb beispielsweise der britische Popsänger Olly Murs am Freitagnachmittag auf Twitter, er befinde sich im Kaufhaus Selfridges, wo es Schüsse gegeben habe. "Alle raus aus Selfridges, hier sind Schüsse. Ich bin drin."

Murs hat 7,8 Millionen Fans auf Twitter. Einige Zeit später räumte er ein, sich geirrt zu haben. Es seien wohl doch keine Schüsse gefallen.

Beide U-Bahnstationen wurden am Abend wieder geöffnet, der Zugbetrieb wieder normal aufgenommen, wie die Nahverkehrsbehörde mitteilte.

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