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In der Schweiz hat sich der Immobilienboom merklich abgekühlt. Während die Preise für Eigentumswohnungen im letzten Jahr um 2,5 Prozent stiegen, kletterten die Preise für Einfamilienhäuser lediglich um 1,5 Prozent.

Dies liege deutlich unter den Preisanstiegen der letzten 15 Jahre, erklärte die UBS. Als Gründe für den moderaten Preisanstieg nannte UBS-Immobilienanalytiker Claudio Saputelli die Selbstregulierung der Banken, welche durch die höheren Anforderungen für Hypothekarnehmer die Nachfrage sinken liess.

Der zweite Grund sei die starke Bautätigkeit und der dritte Grund seien die Preise, die in den letzten drei bis vier Jahren zu stark gestiegen seien. Die Käufer seien heute nicht mehr bereit, jeden Preis für ein Eigenheim zu zahlen, sagte Saputelli vor den Medien in Zürich.

Flucht in "Betongold"

Zudem habe die Spekulation im Immobilienmarkt in der letzten Zeit stark nachgelassen. "2014 hatten wir keine spekulative Komponente mehr", sagte Saputelli.

In den letzten fünf Jahren hätten sich Eigenheime inflationsbereinigt um knapp 30 Prozent verteuert, da insbesondere nach der Finanzkrise viele Investoren auf der Suche nach Rendite in "Betongold" geflüchtet seien. "Wir rechnen rund einen Drittel der Preissteigerung seit 2009 der Anlegerspekulation zu." Der Rest sei auf das Bevölkerungswachstum und die tiefen Zinsen zurückzuführen.

Spekulative Preissteigerungen stünden allerdings auf wackeligen Beinen, hiess es weiter: Eine euphorische Marktstimmung könne schnell ins Gegenteil umschlagen. "Selbst bei gleichbleibenden günstigen Bedingungen ist eine Preiskorrektur von knapp 10 Prozent jederzeit möglich", warnte die UBS.

Steigen zudem die Zinsen oder Leerstände stark an, so würden auch fundamental gerechtfertigte Preishaussen dahinschmelzen wie Schnee an der Sonne. Angesichts preisdämpfender regulatorischer Markteingriffe wie der neuen Richtlinien bei Hypothekarfinanzierungen sei davon auszugehen, dass spekulative Preissteigerungen bis 2017 ausbleiben würden.

Kein Absturz erwartet

Einen Absturz des Immobilienmarktes wie in den 1990er Jahren erwartet die UBS indessen nicht. Damals sei der Immobilienmarkt auch von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in die Knie gezwungen worden, die den Leitzins innert kurzer Zeit auf etwa 9 Prozent angehoben habe, sagte UBS-Chefökonom Schweiz Daniel Kalt.

Ohne Zinsschock oder wirtschaftliche Rezession würden die Preise kaum in dieser Grössenordnung einbrechen. Dafür seien die spekulativen Treiber am Immobilienmarkt bis dato zu wenig stark ausgeprägt gewesen, hiess es weiter.

Im laufenden Jahr dürfte der fundamentale Ausblick freundlich bleiben. "Wir erwarten dieses Jahr Preiswachstumsraten von lediglich 0,5 Prozent bei den Einfamilienhäusern und 1,5 Prozent bei den Eigentumswohnungen, was beinahe einer Stagnation gleichkommt."

Der Zyklus dürfte hiermit seinen Höhepunkt erreicht haben, befand die UBS in ihrer Studie, die allerdings vor der Aufhebung des Euro-Mindestkurses von 1,20 durch die SNB verfasst wurde. Ohne den Mindestkurs sei auch eine harte Landung des Immobilienmarktes nicht ausgeschlossen, sagte Saputelli, der wie Kalt völlig überrascht vom Schritt der SNB war.

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SDA-ATS