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Generika sind in der Schweiz so teuer wie nirgends sonst in Europa. Der Preisüberwacher schlägt deshalb die Einführung eines Festbetragssystems vor: Alle Präparate desselben Wirkstoff sollen nur noch bis zu einem fixen Betrag - dem Preis des günstigsten Generikums - vergütet werden.

Gemäss einem Vergleich des Preisüberwachers kosten patentfreie Originalpräparate in Westeuropa durchschnittlich 29 Prozent weniger als in der Schweiz. Noch ausgeprägter sind die Preisunterschiede bei den Generika, wie der Preisüberwacher am Dienstag in seinem Newsletter mitteilte.

Im Schnitt kostet ein Generikum in Westeuropa 42 Prozent weniger als in der Schweiz. Keines der Vergleichsländer weist derart hohe Generikapreise aus wie die Schweiz. Einzig Norwegen hat ein ähnlich hohes Preisniveau.

Für den Preisvergleich wurden die Preise von Originalpräparaten und von den günstigsten Generika der zwanzig umsatzstärksten patentabgelaufenen Wirkstoffe berücksichtigt. Stichmonat war Dezember 2012.

Fast 400 Millionen Franken Sparpotenzial

In der Schweiz werden vergleichsweise wenig Generika verkauft. Ihr Anteil am gesamten Medikamentenvolumen, das von der Krankenversicherung vergütet wird, sei bescheiden, heisst es im Newsletter.

Preisüberwacher Stefan Meierhans schlägt angesichts der hohen Preise vor, vom heutigen Vergütungssystem mit Selbstbehalt zu einem sogenannten Festbetragssystem mit fixem Vergütungsbetrag pro Wirkstoff zu wechseln. Dieses Modell habe sich in zahlreichen europäischen Ländern bereits bewährt.

Bei diesem System gilt: Wer aus medizinisch nicht nachvollziehbaren Gründen teure Marken bezieht, der muss den Aufpreis gegenüber einer kostengünstigen Alternative selber berappen.

Damit würde viel Geld gespart, rechnet der Preisüberwacher vor: Würde bei jeder abgegebenen Packung nur noch der Preis des jeweilig günstigsten Generikums vergütet, so könnten jährlich 388 Millionen Franken eingespart werden. Dies entspricht rund einem Viertel der Gesamtkosten für patentfreie Medikamente.

Santésuisse und SKS begrüssen Vorschlag

Der Vorschlag des Preisüberwachers wurde von der Stiftung für Konsumentenschutz und dem Krankenkassendachverband santésuisse begrüsst. Massnahmen gegen zu hohe Medikamentenpreise seien überfällig, schrieb santésuisse in einem Communiqué.

Ein Grund für den geringen Anteil an Generika in der Schweiz sei, dass der Markt überreglementiert sei und dadurch der Wettbewerb ausgeschaltet werde, beklagt santésuisse. Der Verband fordert deshalb, im Medikamentenmarkt mehr Wettbewerb spielen zu lassen und einen Festpreis für den Wirkstoff patentabgelaufener Medikamente einzuführen.

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SDA-ATS