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Kurienkardinal George Pell auf dem Gang zum Gericht

KEYSTONE/EPA AAP/STEFAN POSTLES

(sda-ats)

Der Kurienkardinal und Papst-Vertraute George Pell ist bei seiner gerichtlichen Anhörung wegen Missbrauchsvorwürfen in Australien von einer wütenden Menge begrüsst worden. Das Gericht entschied, dass Pell ab 5. März zu den Missbrauchsvorwürfen Stellung nehmen muss.

Demonstranten erwarteten den Ex-Finanzchef des Vatikans am Freitagmorgen (Ortszeit) vor dem Gericht in Melbourne und beschimpften ihn, wie australische Medien berichteten. "Es ist egal, wie weit oben man im Baum sitzt oder wie viel Geld man hat - niemand steht über dem Gesetz", sagte ein Demonstrant.

Ab 5. März muss sich Pell einer umfassenden inhaltlichen Anhörung stellen. Das Amtsgericht in Melbourne befand am Freitag, das von der Staatsanwaltschaft vorgelegte Beweismaterial rechtfertige die Eröffnung einer Anhörung, meldete Kathpress.

Pells Anwalt Robert Richter kündigte an, die Verteidigung werde beweisen, dass einige der Dinge, die seinem Mandanten vorgeworfen werden, niemals stattgefunden hätten. Einzelheiten der Anklage wurden auch in der Sitzung am Freitag nicht bekannt.

Papst Franziskus hatte den 76-jährigen Kurienkardinal für die Prozessdauer von seinen Aufgaben als Finanzminister des Vatikan freigestellt.

Grosser Missbrauchsskandal

Zu der am Freitag begonnenen vierwöchigen Anhörung sind rund 50 Zeugen geladen, wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtete. Am Ende soll ein Untersuchungsrichter entscheiden, ob die Beweise gegen den 76-Jährigen für einen Prozess ausreichen.

Wie schon beim Beginn des historischen Verfahrens Ende Juli war Pell auch am Freitag vor Gericht persönlich anwesend. Er streitet alle Vorwürfe ab. Der im australischen Ballarat geborene Pell ist der ranghöchste römisch-katholische Geistliche, der wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht steht.

Die Diözese Ballarat in der Nähe von Melbourne gilt als das Epizentrum des australischen Missbrauchsskandals. In diesem spielt Pell schon lange eine zentrale Rolle - sowohl als Kämpfer gegen Missbrauch als auch als jemand, der als Priester in Ballarat (1976-80) und später als Erzbischof von Melbourne (1996-2001) an der Verheimlichung von Missbrauchsfällen beteiligt gewesen sein soll. Hinzu kommen die Vorwürfe, selbst zu den Tätern zu gehören.

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SDA-ATS