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Ein Jahr nach der Flüchtlingstragödie vor Lampedusa ist auf der Mittelmeerinsel der 366 ertrunkenen Flüchtlinge gedacht worden. Überlebende der Tragödie und Schüler malten am Freitag Beileidsbotschaften auf die Kaimauern.

Dort waren im Oktober 2013 die Leichen der Ertrunkenen aufgebahrt worden. Zugleich kam es auch zu Protesten gegen Politiker, die sich an den Zeremonien auf der italienischen Insel beteiligten. Die Demonstranten in Lampedusa nahmen insbesondere Anstoss an der Entscheidung, ein umstrittenes Auffangzentrum für Flüchtlinge wieder zu öffnen und neue Radaranlagen zu installieren.

"Das ist eine Farce, Ihr seid die Schuldigen, Ihr seid die Mörder", rief ein Sozialarbeiter, während der sozialdemokratische EU-Parlamentspräsident Martin Schulz gerade bei einer Podiumsdiskussion am Flughafen ins Mikrofon sprach.

Die italienische Aussenministerin und designierte EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini ging dazwischen und wies den Zwischenrufer zurecht, dass die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung eine "politische, moralische und institutionelle Pflicht" sei. Sie kündigte an, dass sich die Aussen- und Innenminister der EU bei einem Treffen am 27. November in Rom der Flüchtlingsfrage annehmen würden.

"Nur ein Unglück in einer dramatischen Serie"

"In den letzten 20 Jahren sind 20'000 Menschen im Mittelmeer gestorben. Das Flüchtlingsdrama am 3. Oktober 2013 war nur ein Unglück inmitten einer dramatischen Serie", sagte ein Sprecher des Komitees "3. Oktober", das Überlebende der Flüchtlingstragödie vor einem Jahr und deren Angehörige vereint.

"Allein in diesem Jahr sind circa 3000 Menschen bei Seeüberfahrten ums Leben gekommen. Solange Europa keine Initiativen zum Schutz der Flüchtlinge ergreift, werden weitere tausende Menschen sterben", fuhr er fort.

Jeden Tag 400 schiffbrüchige Einwanderer

Nach der Tragödie vor Lampedusa am 3. Oktober 2013 hatte Italiens Regierung die Operation "Mare Nostrum" ins Leben gerufen, um Bootsflüchtlinge aufzugreifen. Seither brachte die patrouillierende Marine 144'000 schiffbrüchige Einwanderer aufs italienische Festland - im Schnitt fast 400 pro Tag.

Die Mission kostet Italien jeden Monat zwischen sechs und neun Millionen Euro und soll diesen Monat mangels Beteiligung anderer Staaten auslaufen. Geplant ist eine Nachfolgemission namens "Triton" unter Führung der EU-Grenzagentur Frontex, die im November anlaufen soll - allerdings in deutlich kleinerem Rahmen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wies darauf hin, dass im Zuge von "Mare Nostrum" zehntausende Flüchtlinge vor dem Ertrinken gerettet worden seien. "Mare Nostrum" müsse so lange fortgeführt werden, bis die Operation mit Unterstützung der gesamten EU von "etwas Adäquatem" ersetzt werde.

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The citizens' meeting

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SDA-ATS