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Proteste bei Vereidigung des neuen Präsidenten von Honduras

Im Stadion wird der Präsident vereidigt - davor treffen Demonstranten und Polizisten aufeinander.

KEYSTONE/AP/EDUARDO VERDUGO

(sda-ats)

Nach der umstrittenen Präsidentenwahl in Honduras will Staatschef Juan Orlando Hernández das Land wieder einen. Seine Amtseinführung wurde jedoch von Protesten begleitet.

"Ich verpflichte mich dazu, einen Prozess der Versöhnung zwischen den Honduranern einzuleiten", sagte 49-Jährige am Samstag bei seiner Vereidigung im Nationalstadion von Tegucigalpa. "Wir müssen wie Brüder darüber sprechen, wie es zu den Meinungsverschiedenheiten kommen konnte."

Anhänger der Opposition protestierten in den Strassen der Hauptstadt unterdessen gegen die Regierung. Demonstranten steckten Reifen in Brand und schleuderten Steine auf die Polizei. Die Beamten feuerten Tränengas in die Menge und setzen Wasserwerfer ein.

Gewalt bei Protesten

Hernández hatte sich bei der Wahl im November nur äusserst knapp gegen seinen Herausforderer Salvador Nasralla durchgesetzt. Die Opposition erkennt das Ergebnis bis heute nicht an und wirft der Regierung Wahlfälschung vor. Bei Protesten kamen mehr als 20 Menschen ums Leben.

"Wir fordern von niemandem, seine Überzeugungen aufzugeben", sagte Hernández. "Aber die Rechte der anderen müssen respektiert werden. Nichts rechtfertigt Gewalt. Es ist nicht rechtens, Angst zu schüren und das Bild von Honduras zu schädigen."

Auch die Beobachtermission der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) sprach in ihrem Abschlussbericht von Unregelmässigkeiten bei der Wahl. Zahlreiche Regierungen haben das Ergebnis mittlerweile aber anerkannt.

Es war das erste Mal in der jüngeren Geschichte, dass ein Präsident in Honduras im Amt bestätigt wurde. Erst der Oberste Gerichtshof machte den Weg für die Wiederwahl des Staatschefs in dem mittelamerikanischen Land frei, die eigentlich in der Verfassung nicht vorgesehen ist.

Korruption und Armut

Hernández steht nun vor einer Mammutaufgabe. Neben der tiefen Spaltung der Gesellschaft hat das mittelamerikanische Land mit einer ganzen Reihe weiterer Probleme zu kämpfen. Honduras leidet unter ausufernder Gewalt und Kriminalität. Die mächtigen Jugendbanden - so genannten Maras - sind in Drogenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt und beherrschen ganze Stadtteile.

Zudem prägen Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Armut das Leben vieler Honduraner. 60,9 Prozent der Menschen gelten als arm und 38,4 Prozent der Bevölkerung leben sogar in extremer Armut. Das Bildungssystem gilt als eines der schlechtesten in Mittelamerika.

In seiner Antrittsrede versprach Hernández, in den kommenden vier Jahren die drängendsten Probleme des Landes anzugehen. "Ich bin ein Mann der Arbeit und der Resultate", sagte er. "Wir werden ein neues Honduras aufbauen."

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