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Südkoreas entmachtete Präsidentin Park Geun Hye steht seit Dienstag wegen ihrer mutmasslichen Verwicklung in einen Korruptionsskandal vor Gericht.

KEYSTONE/AP POOL/AHN YOUNG-JOON

(sda-ats)

Mehr als zwei Monate nach ihrer Entmachtung als Präsidentin Südkoreas wegen eines Korruptionsskandals ist Park Geun Hye zum Prozessauftakt vor Gericht erschienen.

Nach ihrer Fahrt von einer Haftanstalt südlich von Seoul nahm die Ex-Präsidentin auf der Anklagebank des Bezirksgerichts der Hauptstadt Platz, wie südkoreanische Sender am Dienstag berichteten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihr unter anderem Bestechlichkeit, Nötigung und Machtmissbrauch vor. Sie soll ihre Stellung als Präsidentin und ihre Macht im Interesse ihrer langjährigen Freundin Choi Soon Sil missbraucht und geheime Dokumente weitergegeben haben. Am 10. März hatte sie das Verfassungsgericht ihres Amtes enthoben.

Kein Blick zur Weggefährtin

Der 65-jährigen Park wird unter anderem vorgeworfen, südkoreanische Unternehmen wie Hyundai und Posco unter Druck gesetzt zu haben, insgesamt 77,4 Milliarden Won (rund 65 Millionen Franken) an zwei Stiftungen der Jugendfreundin zu spenden. Diese soll ihre Beziehungen zur Präsidentin ausgenutzt haben, um von den Firmen Millionenspenden einzutreiben und sich dabei auch persönlich zu bereichern.

Parks Anwälte weisen alle Vorwürfe zurück. Im Gerichtssaal würdigte Park ihrer frühere Vertraute Choi keines Blickes.

Der Prozess dürfte mehrere Monate dauern. Park ist bereits das dritte südkoreanische Staatsoberhaupt, das sich wegen Korruptionsvorwürfen auf der Anklagebank wiederfindet.

SDA-ATS

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