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Prozess gegen Rote Khmer-Drahtzieher hat begonnen

In Kambodscha hat der Prozess gegen die überlebenden Drahtzieher des Rote Khmer-Regimes begonnen. Die vier Angeklagten, die sich seit Montag vor dem Völkermord-Tribunal in Phnom Penh verantworten müssen, gehörten zum höchsten Führungszirkel des Gewaltregimes.

Unter der Herrschaft der Roten Khmer (1975-1979) kamen in Kambodscha etwa 2 Millionen Menschen ums Leben - durch Folter, Hinrichtung, Zwangsarbeit und Hungersnöte. Das ist ein Viertel der damaligen Bevölkerung des Landes.

"Bruder Nummer zwei" ist nicht glücklich

Die Angeklagten, die zwischen 79 und 85 Jahre alt sind, sahen alt und gebrechlich aus. Richter Nil Nonn erklärte "die erste Anhörung im Fall 002" offiziell für eröffnet, bevor er die Liste der Anklagepunkte verlas. Vor dem Gericht hatten sich zur Eröffnung Hunderte Menschen versammelt.

"Bruder Nummer zwei" Nuon Chea sagte im Gerichtssaal, er sei "nicht glücklich mit dem Verfahren". Dann verlangte er durch seinen Anwalt die Einstellung des Prozesses und verliess aus Protest den Saal. Er wurde zurück in seine Zelle gebracht.

Die Roten Khmer unter ihrem Führer Pol Pot wollten das jahrelang durch Bürgerkrieg und amerikanische Bomben geschundene Land zu einem kommunistischen Musterstaat machen. Nach der Machtübernahme 1975 wurden sie aber zunehmend paranoid und verdächtigten bald Hunderttausende Menschen des Verrats.

Hauptverantwortlicher tot

Angeklagt vor dem UNO-Sondertribunal sind der Ideologe des Regimes, "Bruder Nr. 2" Nuon Chea, der ehemalige Staatschef Khieu Samphan, Ex-Aussenminister Ieng Sary sowie die ehemalige Ministerin für soziale Fragen, Ieng Thirith. Sie müssen sich wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord verantworten.

Pol Pot selbst musste sich nie vor einem Gericht für seine Verbrechen verantworten. Er starb 1998 unter ungeklärten Umständen in seinem Dschungel-Versteck.

An den ersten Prozesstagen von Montag bis Donnerstag sollte es vorerst nur um das Prozedere des Verfahrens wie die Auflistung von Zeugen gehen. Mit den ersten Aussagen der Beschuldigten ist frühestens im August zu rechnen. Insgesamt könnte der Prozess mehrere Jahre dauern.

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