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Anwälte sprechen mit ihren Klienten während des Prozesses im "Bunkersaal", dem Gerichtsraum des Gefängnisses Rebibbia in Rom.

KEYSTONE/EPA ANSA/MASSIMO PERCOSSI

(sda-ats)

Im Maxiprozess gegen die Hauptstadtmafia in Rom sind die beiden berüchtigten Top-Angeklagten zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Der frühere Rechtsterrorist Massimo Carminati - genannt der "Einäugige" - muss 20 Jahre ins Gefängnis.

So urteilte das Gericht in Rom am Donnerstag. Carminati wurde vorgeworfen, der Kopf des kriminellen Netzwerks gewesen zu sein, das Italiens Hauptstadt jahrelang unterwandert hatte. Sein "Geschäftspartner", der Unternehmer Salvatore Buzzi, bekam eine Haftstrafe von 19 Jahren.

Das Gericht folgte in seinem Urteil nicht der Auffassung der Staatsanwaltschaft, es handle sich bei dem Netzwerk um eine "mafiöse Vereinigung". Dies hätte das Strafmass für Carminati und Buzzi nochmals erhöht. Bei der Urteilsverkündung war auch die römische Bürgermeisterin Virginia Raggi anwesend, die sich den Kampf gegen Korruption auf die Fahnen geheftet hat.

Der aufsehenerregende Prozess lief seit November 2015. 46 Angeklagte aus der Unterwelt, aus Lokalpolitik und der Geschäftswelt standen vor Gericht. Laut Anklage handelt es sich um ein Netz aus korrupten Politikern, Unternehmern und Schwerverbrechern, das jahrelang die Vergabe öffentlicher Aufträge in Rom unter sich ausmachte.

Die "Mafia Capitale", die Ende 2014 aufflog, soll gegen Schmiergelder lukrative Aufträge für ihre Firmen an Land gezogen haben. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ist die "Mafia Capitale" mitverantwortlich dafür, dass Rom knapp vor dem Finanzkollaps stand und seine Strassen sowie die öffentliche Versorgung in so schlechtem Zustand sind.

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SDA-ATS