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Prozess wegen Ermordung britischer Brexit-Gegnerin Jo Cox begonnen

Die Parlamentarierin Jo Cox hatte sich für einen Verbleib Grossbritanniens in der EU und für die Rechte von Flüchtlingen eingesetzt. Nach dem Mord an ihr war der Brexit-Wahlkampf vorübergehend ausgesetzt worden. (Archiv)

Keystone/AP/ALASTAIR GRANT

(sda-ats)

In London hat der Prozess um den Mordanschlag auf die britische Labour-Abgeordnete und Brexit-Gegnerin Jo Cox begonnen. Angeklagt ist ein 53 Jahre alter arbeitsloser Gärtner. Das Verfahren vor dem Strafgericht Old Baileys soll bis zu drei Wochen dauern.

Die 41-jährige Cox war am 16. Juni wenige Tage vor dem EU-Referendum in ihrem nordenglischen Wahlbezirk in der Nähe von Leeds bei einem Attentat auf offener Strasse lebensgefährlich verletzt worden. Stunden später starb sie in einem Spital.

Das Gericht, das zum Auftakt des Verfahrens zunächst die Geschworenen auswählte, hatte die Tat vor Prozessbeginn als möglicherweise politisch motiviert eingestuft. Die Parlamentarierin hatte sich für einen Verbleib des Landes in der EU und für die Rechte von Flüchtlingen eingesetzt.

Aufgeheizte Stimmung

In Grossbritannien herrschte damals zwischen Brexit-Anhängern und EU-Befürwortern eine aufgeheizte Stimmung. Das Verbrechen löste auch eine Debatte aus, ob Politiker und Medien mit aggressiven Wahlkampfslogans eine Mitschuld an der Tragödie tragen.

"Britain First" ("Grossbritannien zuerst") soll der Angeklagte gerufen haben, als er vor einem Restaurant auf Cox schoss und einstach. Bei einer ersten gerichtlichen Vernehmung sagte er auf die Frage, wie er heisse: "Tod den Verrätern, Freiheit für Grossbritannien".

Die Polizei ging eigenen Angaben zufolge Hinweisen nach, dass der 53-Jährige früher Kontakte zu einer US-Nazigruppe sowie zu einer Rassistenorganisation in Südafrika hatte. Andere Hinweise deuteten dagegen darauf hin, dass es sich bei dem Mann um einen Einzelgänger und Wirrkopf handelt.

Der Brexit-Wahlkampf war nach dem Mord an Cox vorübergehend ausgesetzt worden, wurde aber anschliessend mit kaum verminderter Härte fortgeführt. Nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der EU gab es einen deutlichen Anstieg fremdenfeindlicher Übergriffe in dem Land.

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