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Prozessauftakt gegen zwei Schweizer Klima-Aktivisten in Dänemark

In Kopenhagen stehen seit Montagmorgen elf Umwelt-Aktivisten vor Gericht, darunter zwei Schweizer. Sie müssen sich wegen einer Protestaktion verantworten, die sie während des internationalen Klimagipfels in der dänischen Hauptstadt durchgeführt hatten.

Ein Aktivist der Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte im Dezember 2009 als "Staatsoberhaupt" im Smoking zusammen mit einer Frau im roten Abendkleid mehrere Sicherheitskontrollen im Kopenhagener Schloss Christiansborg passiert.

Beide enthüllten danach vor Live-Kameras ein Banner mit der Aufschrift "Politiker reden - Führer handeln" ("Politicians talk - Leaders act"), ehe sie festgenommen wurden. An dem Essen nahmen unter anderem die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und US-Aussenministerin Hillary Clinton teil.

Einer der beiden Schweizer hatte sich für das gewagte Vorhaben als Leibwächter verkleidet. Er wurde nach der Aktion verhaftet und sass 20 Tage in Dänemark in Untersuchungshaft. Die Rolle des anderen Schweizers ist nicht bekannt.

Die Staatsanwaltschaft wirft den am Coup beteiligten Aktivisten neben Hausfriedensbruch auch die Fälschung von Autonummern für eine "Staatskarosse" und Amtsanmassung vor. Als strafverschärfend gilt, dass die Protestaktion in den Räumlichkeiten der dänischen Königin Margrethe durchgeführt wurde.

Den Angeklagten droht eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren. Das Urteil wird am 19. August erwartet.

Unverständnis bei Greenpeace

Für Greenpeace Schweiz steht in diesem Prozess der friedliche Protest als ein demokratisches Recht auf dem "europäischen Prüfstand". Die Umweltschutzorganisation betonte am Montag in einer Medienmitteilung, die Aktivisten hätten sich "gewaltfrei verhalten, niemanden gefährdet und nicht in der Absicht gehandelt, Recht zu brechen."

Sie hätten lediglich an die Mächtigen der Welt appelliert, auf Millionen von Menschen zu hören, die bereits heute vom Klimawandel bedroht sind.

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