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Ein Reisecar mit 42 Personen an Bord hat im Tunnel d'Arrissoules auf der A1 bei Yvonand VD Feuer gefangen. Alle Passagiere konnten über den Fluchtstollen evakuiert werden und blieben unverletzt. Der beschädigte Tunnel Richtung Murten/Bern bleibt mindestens eine Woche geschlossen.

Der von zwei Fahrern begleitete Reisecar stammte aus dem Kanton Neuenburg und hatte 40 Passagiere, grösstenteils ältere Personen, an Bord. Die organisierte Reise sollte in die Niederlande führen. Kurz nach der Abfahrt, als der Reisebus um zirka 7.40 Uhr auf der Autobahn A1 von Yverdon in Richtung Payerne unterwegs war, trat ein Problem auf.

Der Chauffeur stoppte den Bus im Tunnel d'Arrissoules. Er stellte fest, dass Rauch unter dem Reisecar hervorquoll. Daraufhin versuchte er, das Feuer mit einem Handfeuerlöscher zu löschen. Als ihm dies nicht gelang, liess er den Car evakuieren, wie Jean-Christophe Sauterel, Mediensprecher der Waadtländer Kantonspolizei, der Nachrichtenagentur sda erklärte.

Keine Panik ausgebrochen

Im Tunnel waren drei Explosionen zu hören gewesen, als die Reifen platzten. Trotzdem kam keine Panik auf. Die Passagiere konnten selber aus dem Car aussteigen und sich zu Fuss zum Fluchtstollen begeben, über den sie die andere, auf der Jura-Seite gelegene Tunnelröhre erreichten.

Anschliessend wurden sie von der Freiburger und Waadtländer Polizei sowie der Feuerwehr und Ambulanzen betreut, bevor sie per Bus nach Yverdon-les-Bains gebracht wurden.

Verletzt wurde niemand. Das Sicherheitsdispositiv im Tunnel hat laut Sauterel korrekt funktioniert. Sobald die Polizeizentrale in Lausanne durch die Videokameras auf den Zwischenfall aufmerksam wurde, liess sie die beiden Tunnelröhren sperren. Fahrzeuge, die bereits im Tunnel waren, wurden rückwärts aus dem Tunnel evakuiert.

Technischer Defekt vermutet

Gut funktioniert hat laut Sauterel auch das Absaugen des dicken, schwarzen Rauches, der weitherum sichtbar war. Die Businsassen hätten keine Rauchvergiftung erlitten, vier von ihnen hätten aber geklagt, dass sie Mühe mit Atmen hätten, dies hänge vermutlich aber eher mit der Anstrengung und asthmatischen Problemen zusammen, erklärte Sauterel.

Der Car wurde völlig zerstört. Nachdem die Flammen gelöscht waren, blieb nur ein komplett ausgebranntes Wrack übrig. Dieses wurde von der Waadtländer Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und im Lauf des Tages abtransportiert. Die Unfallursache iwar am Abend unklar. Im Vordergrund steht ein technischer Defekt.

Der drei Kilometer lange Tunnel d'Arrissoules an der Grenze zwischen den Kantonen Waadt und Freiburg musste in beiden Richtungen gesperrt werden. An der Tunnelröhre Richtung Murten/Bern entstand wegen der grossen Hitzeentwicklung beträchtlicher Schaden an der Infrastruktur, namentlich am Sicherheits- und Signalisationssystem.

Mindestens eine Woche Gegenverkehr im Tunnel

"Das Bauwerk ist durch den Brand nicht gefährdet, aber Teile des Betongewölbes sind auf die Fahrbahn gestürzt", sagte Olivier Floc'hic, Sprecher des Bundesamtes für Strassen (Astra). Laut dem Astra-Sprecher wird die Wiederinstandstellung der Röhre "mindestens eine Woche" in Anspruch nehmen. Zunächst müsse aber das Ausmass der Schäden an den elektrischen Verkabelungen des Tunnels, für das Licht, die Ventilation oder die Videoüberwachung abgeschätzt werden.

Im Grossraum Payerne kam es zu Verkehrsbehinderungen. Autolenkern von Lausanne nach Bern und umgekehrt wurde empfohlen, auf die A12 über die Freiburger Voralpen auszuweichen. Diese beginnt bei der Verzweigung La Veyre bei Vevey VD und führt über Freiburg nach Bern.

Die unversehrte Tunnelröhre Richtung Yverdon/Lausanne wurde den Angaben zufolge um 15 Uhr wieder geöffnet und war in beiden Richtungen befahrbar, also auch Richtung Murten/Bern. Wegen des Gegenverkehrs im Tunnel ist zu den Hauptverkehrszeiten mit längeren Fahrzeiten zu rechnen, vor allem am Morgen.

SDA-ATS