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Flüchtlinge aus Afrika verlassen Libyen auf einem überfüllten Schlauchboot. (Archivbild)

Keystone/AP/SANTI PALACIOS

(sda-ats)

Schiffe der italienischen Küstenwache und privater Hilfsorganisationen haben am Karfreitag mehr als 2000 Bootsflüchtlinge im Mittelmeer gerettet.

Die Menschen hätten versucht, in insgesamt 16 Schlauchbooten und drei Schiffen aus Holz von der libyschen Küste aus nach Italien zu gelangen, erklärte die Küstenwache. Von einem der Boote habe ein junger Flüchtling nur noch tot geborgen werden können.

Insgesamt 2074 Menschen hätten durch pausenlose Einsätze in Sicherheit gebracht werden können. Die Küstenwache beschrieb die Rettungseinsätze als "sehr schwierig".

Mehr als die Hälfte der Geretteten - 1145 Menschen - wurde von zwei Rettungsbooten der Organisation Ärzte ohne Grenzen aufgenommen. Drei weitere Schiffe von Hilfsorganisationen sowie die Küstenwache nahmen ebenfalls Flüchtlinge auf.

Frontex-Kritik zurückgewiesen

Die europäische Grenzschutzagentur Frontex hatte kürzlich den Einsatz der Rettungsschiffe privater Organisationen vor der libyschen Küsten kritisiert, weil dadurch Menschen zur Flucht über das Mittelmeer ermuntert werden könnten. Diese Schiffe brächten Flüchtlinge "wie Taxis" nach Europa, kritisierte Frontex.

Ärzte ohne Grenzen wies diese Kritik am Freitag klar zurück. In einer Twitter-Botschaft hiess es: "Wie viele Flüchtlinge wären heute losgefahren, wenn es uns hier nicht gäbe, Frontex? Wahrscheinlich genauso viele. Wie viele wären gestorben? Viel mehr."

Flüchtlinge aus Afrika, aber auch aus dem Nahen Osten, treten aus Libyen die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer ins rund 300 Kilometer entfernte Italien an. Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR fuhren in den ersten drei Monaten dieses Jahres bereits mehr als 24'000 Menschen von Libyen nach Italien. Im Vorjahreszeitraum waren es 18'000 Bootsflüchtlinge.

Nach Einschätzung internationaler Organisationen befinden sich derzeit zwischen 800'000 und einer Million Menschen in Libyen, die in die EU gelangen wollen. Die meisten von ihnen stammen aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

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SDA-ATS