Navigation

Roche baut weltweit 4800 Stellen ab - 770 in der Schweiz

Dieser Inhalt wurde am 17. November 2010 - 13:50 publiziert
(Keystone-SDA)

Basel - Trotz Milliardengewinne baut der Pharma- und Diagnostikkonzern Roche 4800 seiner weltweit 82'000 Arbeitsplätze ab. In der Schweiz werden das Werk in Burgdorf BE geschlossen und insgesamt 770 Stellen eingespart.
Mit dem Personalabbau will Roche seine Kosten um jährlich 2,4 Mrd. Fr. senken, wie das Basler Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Roche-Chef Severin Schwan bezeichnete das umfangreiche Restrukturierungsprogramm gegenüber der Nachrichtenagentur SDA als "proaktive Massnahme aus einer Position der Stärke".
Im ersten Halbjahr hatte Roche den Konzerngewinn um 37 Prozent auf 5,6 Mrd. Fr. steigern können, 2009 blieben unter dem Strich trotz Belastung durch die Übernahme des amerikanischen Biotechunternehmens Genentech 8,5 Mrd. Fr. übrig. Der Roche-Chef verweist aber auf den zunehmenden Preisdruck sowie auf Rückschläge mit einzelnen Produkten, die dem Konzern zu schaffen machen.
Gestrichen werden die Stellen vor allem im Vertrieb und der Produktion der Pharma-Division und in den USA.
In Basel werden in der Konzernzentrale und der Forschung 460 der derzeit 8800 Stellen abgebaut. Die Roche-Niederlassung in Burgdorf, die 310 Arbeitsplätze zählt und Produkte zur Diabetes-Behandlung entwickelt und herstellt, wird geschlossen.
Mehr Stellen in RotkreuzGleichzeitig mit dem Abbau von Stellen, dem Verkauf zweier Werke in den USA und der Schliessung einiger Niederlassungen kommt es aber auch zur Verlagerungen von Arbeitsplätzen vom Ausland in die Schweiz. Neu nach Basel kommen so rund 110 Stellen.
Personell ausgebaut wird auch der Standort Rotkreuz ZG, wo sich das weltweite Zentrum der Geschäftseinheit Professional Diagnostics befindet. Durch die Verlagerung des Bereichs Blutdiagnostik von Graz (A) in die Schweiz werden dort 130 neue Stellen geschaffen.
Unter dem Strich sinkt die Zahl der Roche-Stellen in der Schweiz durch die Restrukturierungsmassnahmen um 530, was rund 5 Prozent des derzeitigen Personalbestands entspricht.
Die Arbeitnehmervertretungen reagierten mit Unverständnis und Bestürzen auf den Stellenabbau bei Roche: Die Gewerkschaft Unia etwa sprach von einer Gewinnmaximierung auf Kosten des Personals.
Kämpferisch gab sich auch die Burgdorfer Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch, die die Schliessung des Roche-Werks in ihrer Stadt "nicht einfach hinnehmen" und zusammen mit der Kantonsregierung das Gespräch mit dem Basler Konzern suchen will.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen