Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Auch weil zahlreiche Spieler, unter ihnen Titelverteidiger Stan Wawrinka, verletzt fehlen, liegt der Fokus beim am Montag beginnenden US Open auf Roger Federer und Rafael Nadal.

In New York dürften viele aufgeatmet haben, als Roger Federer am Mittwoch verkündete, er sei für das US Open bereit. In den vergangenen Wochen und Tagen hatte eine ganze Reihe von Topspielern für das vierte Grand-Slam-Turnier des Jahres Forfait erklärt. Wawrinka, der im letzten Jahr triumphierte, und sein damaliger Finalgegner Novak Djokovic beendeten die Saison vorzeitig. Kei Nishikori und Milos Raonic werden bestenfalls nach dem US Open auf die Tour zurückkehren. Das sind immerhin vier Absenzen aus dem engeren und erweiterten Favoritenkreis.

Unter diesen Umständen wird die Rückkehr von Federer nach New York, nachdem er im letzten Jahr verletzungsbedingt fehlte, mit besonderer Erleichterung zur Kenntnis genommen. Kein Tennisspieler mobilisiert die Massen in den USA besser als der 36-Jährige. Wie gross die Gefahr eines Forfaits war, lässt sich nicht sagen. Im Detail spricht Federer über Probleme in der Öffentlichkeit generell erst dann, wenn sie überwunden sind. Klar ist: Nach dem verlorenen Final von Montreal musste er mehrere Tage in die Genesung seines lädierten Rückens investieren. Erst seit Anfang Woche steht er wieder auf dem Platz. Kontinuierlich steigerte Federer in den vergangenen Tagen die Belastung.

Trotz dem Rückschlag in Montreal und dem daraufhin folgenden Forfait in Cincinnati geht Federer in der Favoritenrolle ins Turnier, das er von 2004 bis 2008 fünfmal in Folge gewonnen hat. Seither erreichte er noch zweimal den Final (Niederlagen gegen Del Potro/2009 und Djokovic/2015). In diesem Jahr stehen die Chancen ausgesprochen gut, an die vergangenen Erfolg in New York anzuknüpfen. Seine Bilanz in dieser Saison ist überragend: Bei den acht Turnieren, die er bestritt, erreichte er sechsmal den Final und ging fünfmal als Sieger hervor. Von 38 Matches verlor er nur deren drei.

Nadal und die möglichen Spielverderber

"Es ist schwierig, mir vorzustellen, dass ich drei Grand-Slam-Turniere in einem Jahr gewinnen könnte. Das tönt für mich total surreal", sagte Federer, dem dies 2004, 2006 und 2007 gelungen ist. Bis zum Erfolg beim diesjährigen Australian Open war er aber viereinhalb Jahre ohne Major-Sieg und sechs Monate ohne Spielpraxis geblieben. Das US Open könnte zur frühen Krönung seines jetzt schon unglaublichen Jahres werden: Mit einem Turniererfolg würde er auch erstmals seit fast fünf Jahren wieder die Nummer 1 der Weltrangliste werden.

Diese Position hat seit dieser Woche Rafael Nadal inne. Der Spanier erlebt ein ähnlich erstaunliches 2017 wie sein fünf Jahre älterer Rivale. Dass er trotz der Rückenbeschwerden von Federer nur als zweiter Favorit gehandelt wird, liegt an den enttäuschenden Resultaten seit seinem zehnten Triumph in Roland Garros. In Wimbledon und Montreal scheiterte er im Achtelfinal, zuletzt in Cincinnati im Viertelfinal an Nick Kyrgios. Nadal hat das US Open zwar zweimal gewonnen, tut sich aber auf Hartplatz seit geraumer Zeit wieder schwerer. Den letzten Turniererfolg auf dieser Unterlage feierte er Anfang 2014 in Doha.

Ein Fernduell werden sich Federer, Nadal und auch der seit Wimbledon pausierende Andy Murray im Rennen um die Weltranglisten-Führung auf jeden Fall liefern. Das grosse Highlight wäre aber fraglos ein Match zwischen Federer und Nadal. Bei allen anderen Grand-Slam-Turnieren standen sich die beiden während ihrer 13 Jahre andauernden Rivalität mehrmals gegenüber, beim US Open aber noch nie. 2010 und 2011 verpasste Federer den Final gegen Nadal jeweils trotz zwei Matchbällen in den Halbfinals gegen Djokovic.

Zu den Spielverderbern könnten in diesem Jahr der Deutsche Alexander Zverev, der Bezwinger von Federer in Montreal, und der Australier Kyrgios werden. Und natürlich Andy Murray, dessen Formstand aber genauso unsicher ist wie jener von Marin Cilic, dem US-Open-Sieger von 2014, der sich seit dem gegen Federer verlorenen Wimbledon-Final mit einer Fussverletzung herumschlägt.

Neben Federer steht mit Henri Laaksonen ein zweiter Schweizer im Hauptfeld. Der finnisch-schweizerische Doppelbürger, der im Juli erstmals in die Top 100 vorgestossen ist, strebt seinen ersten Sieg bei einem Major-Turnier an. Bei seiner Grand-Slam-Premiere vor anderthalb Monaten in Wimbledon war Laaksonen in der 1. Runde gescheitert.

Nur eine Schweizerin

Nicht weniger als acht Spielerinnen könnten beim US Open die Weltranglisten-Führung übernehmen. Als einzige Schweizerin ist Viktorija Golubic im Einzel-Tableau vertreten. Vor einem Jahr standen noch vier Schweizerinnen im 128 Spielerinnen umfassenden Tableau. Timea Bacsinszky kuriert eine Sehnenentzündung an der Hand aus, Belinda Bencic befindet sich nach der Operation am Handgelenk im Aufbau, und Stefanie Vögele musste in der Qualifikation aufgeben, nachdem sie zuvor monatelang ausgefallen war.

Bleibt noch Viktorija Golubic, deren Saison aber auch alles andere als wunschgemäss verläuft. Auf zwei Siege in Folge wartet die Zürcherin in diesem Jahr weiterhin. In der Weltrangliste ist sie von Platz 56 auf Rang 104 abgerutscht. Und nach dem US Open hat sie noch über die Hälfte ihres momentanen Punktestands zu verteidigen. Ein gutes Resultat in New York käme der 24-jährigen letztjährigen Siegerin des Turniers von Gstaad sehr entgegen.

Die Weltrangliste wird in den kommenden zwei Wochen eines der vorherrschenden Themen sein. In Abwesenheit der werdenden Mutter Serena Williams kämpfen acht Spielerinnen um den Tennisthron, den Karolina Pliskova vor gut einem Monat eroberte. Die beste Ausgangslage hat die Rumänin Simona Halep, die nur fünf Punkte hinter Pliskova liegt und weniger Punkte aus dem Vorjahr zu verteidigen hat. Pliskova scheiterte im letzten Jahr erst im Final an Angelique Kerber, die neben Agnieszka Radwanska als einzige Top-10-Spielerin keine Chancen auf die Nummer 1 hat.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS