Alle News in Kürze

Roger Federer steht in Indian Wells kampflos im Halbfinal. Sein australischer Konkurrent Nick Kyrgios kann wegen einer Lebensmittelvergiftung nicht antreten.

Am Freitagmittag Ortszeit während der grössten Hitze des Tages - angekündigt waren in der Mojave-Wüste 35 Grad - hätte Nick Kyrgios gegen Roger Federer antreten sollen. Gut zwei Stunden vor Spielbeginn erklärte der 21-jährige Australier aus Canberra per Twitter den Startverzicht. "Leider kann ich nicht antreten. Ich bin krank", teilte Kyrgios mit. "Im Moment gehen wir davon aus, dass ich an einer Lebensmittelvergiftung leide, und ich bete, dass es nichts Schlimmeres ist."

"Nach einer schlaflosen Nacht bin ich völlig matt und ausgepumpt", so Kyrgios in einer Stellungnahme ans Turnier weiter. "Um gegen einen grossen Champion wie Roger Federer anzutreten und eine Chance zu haben, muss man in Bestform antreten können. Ich habe mir diesen Entscheid nicht einfach gemacht, schliesslich sind das die Spiele, auf die wir hinarbeiten. Aber ich bin definitiv nicht fit genug, um auf dem Platz stehen zu können. Es tut mir leid für die Zuschauer, dass ich nicht spielen kann, und ich hoffe, sie verstehen, dass ich meine Gesundheit an die erste Stelle setzen muss. Ich wünsche Roger für den weiteren Verlauf dieses Turniers viel Glück und bedanke mich bei allen für die Unterstützung in Indian Wells. Ihr seht mich nächstes Jahr wieder."

Schon einmal erreichte Roger Federer in der Oase Indian Wells kampflos die Halbfinals. 2008 konnte der Deutsche Tommy Haas, mittlerweile der Turnierdirektor in Indian Wells, nicht antreten. Ein gutes Omen stellt für Federer diese Art von Weiterkommen in der kalifornischen Wüste nicht dar: Vor neun Jahren folgte im Halbfinal eine ernüchternde 3:6, 2:6-Niederlage gegen den Amerikaner Mardy Fish.

Federer machte aber auch schon andere Erfahrungen: Zuletzt konnte mit dem Taiwanesen Lu Yen-Hsun 2014 in Halle auf Rasen ein Akteur nicht gegen Federer antreten. Damals gewann Federer das Turnier. Und im November 2014, eine Woche vor dem Davis-Cup-Final in Frankreich, war es Federer, der für den Masters-Final in London gegen Novak Djokovic wegen eines blockierten Rückens Forfait erklären musste.

Im Halbfinal gegen Jack Sock

Der Viertelfinal Federer gegen Kyrgios, der ins Wasser fiel, hatte viel versprochen. Er wäre zweifellos das Tages-Highlight in Indian Wells gewesen. Kyrgios war als frischgebackener Turniersieger von Acapulco angereist. Er besiegte sowohl in Mexiko wie in Indian Wells den grossen Novak Djokovic in zwei Sätzen. Er gab ebenso wie Roger Federer auf dem Parcours in die Viertelfinals kein einziges Aufschlagspiel ab. Und auch Federer hatte in den vorherigen Runden brilliert. Nach dem Achtelfinalsieg vom Mittwoch gegen Rafael Nadal (6:2, 6:3) blickte Federer auf einen seiner besten Saisonstarts überhaupt zurück. Nur 2004, während einem seiner allerbesten Tennisjahre, startete er ebenfalls mit einer 5:0-Bilanz gegen Top-10-Spieler in eine Saison. Vor 13 Jahren verlor Federer sogar während der ganzen Saison nie gegen einen anderen Top-10-Gegner (18:0 Siege).

Diese Bilanz kann Federer am Samstag vorerst nicht verbessern. Denn die Halbfinalpaarungen lauten Stan Wawrinka gegen Pablo Carreño Busta und Roger Federer gegen Jack Sock (USA/ATP 18). Jack Sock, der vor einer Woche beinahe in der 2. Runde an Henri Laaksonen scheiterte, besiegte den Japaner Kei Nishikori (ATP 5) 6:3, 2:6, 6:2.

SDA-ATS

 Alle News in Kürze