Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Nach den jüngsten Flüchtlingsdramen vor Lampedusa hat Italien am Montag die stärkere Überwachung im Mittelmeer aufgenommen. Mit der Mission "mare sicuro" (Sicheres Meer) will Rom auch seinen Forderungen gegenüber Brüssel Nachdruck verleihen.

Letzte Details der Mission wollte Regierungschef Enrico Letta noch am Montag in Rom mit seinen Ressortministern für Verteidigung, Aussen- und Innenpolitik festlegen. Italiens Marine hatte zuvor signalisiert, auf den Einsatz vorbereitet zu sein, der neue Unglücke vor Lampedusa verhindern soll.

"Wir wollen mehr tun, dann werden wir das auch von der EU verlangen können", hatte Verteidigungsminister Mario Mauro erklärt. Italien hat dabei den Brüsseler EU-Gipfel am 24./25. Oktober im Auge, bei dem nach den jüngsten Unglücken im Mittelmeer auch die europäische Flüchtlingspolitik erörtert werden soll. Auch Maltas Regierungschef Joseph Muscat betonte von neuem, ein europäisches Konzept müsse den "Grenzstaaten" im Süden helfen, das Flüchtlingsproblem zu bewältigen.

Doppelstrategie gefordert

Während am Morgen auf der Insel Lampedusa ein weiteres Boot mit 137 Tunesiern, darunter 22 Frauen, anlegte, bereitete die Marine ihren Einsatz mit einem Patrouillenboot, einer Fregatte und einer Korvette vor. Letta hatte angekündigt, der Einsatz von Marine und Luftwaffe in der Strasse von Sizilien werde verdreifacht.

Er informierte am Sonntagabend seinen maltesischen Amtskollegen Muscat über die italienische Mission, die sich auf das Seegebiet zwischen Malta, der libyschen Küste und der Insel Sizilien konzentrieren soll.

Eine Doppelstrategie für den Umgang mit dem Flüchtlingselend an den EU-Aussengrenzen forderte derweil EU-Kommissar Günther Oettinger. "Die Grenzkontrollen sollen verstärkt sowie wirtschaftliche Perspektiven in den Heimatländern der Flüchtlinge eröffnet werden", sagte der frühere baden-württembergische Ministerpräsident.

Libyen soll Teil der Lösung sein

Die Zahl der geborgenen Toten der Schiffstragödie, die sich vor anderthalb Wochen vor Lampedusa ereignet hatte, stieg auf 364. Nur 155 Flüchtlinge hatten den Schiffbruch überlebt. Nach ihren Angaben sollen insgesamt 545 Menschen an Bord gewesen sein. Bei dem jüngsten Schiffsunglück zwischen Malta und der italienischen Insel Lampedusa waren am Freitag mindestens 35 Bootsflüchtlinge ums Leben gekommen.

Flüchtlinge vor der Überfahrt von Libyens Küsten aus zu stoppen, sei unmöglich, sagte der libysche Ministerpräsident Ali Seidan der Zeitung "La Repubblica". Libyen sei lediglich ein Durchgangsland, das Problem könne wohl allein durch eine Politik Europas gelöst werden, die sich auf die Herkunftsländer der vielen Flüchtlinge konzentriere.

Von den libyschen Küsten legen derzeit die meisten Flüchtlingsboote ab. Maltas Regierungschef Muscat forderte deshalb am Montag, dass der nordafrikanische Staat Teil der Lösung sein müsse. Stabilität müsse dort gesichert sein, wolle die EU das Flüchtlingsproblem in den Griff bekommen. "Keine Stabilität in Libyen bedeutet keine Sicherheit im Mittelmeer", fügte Muscat an.

SDA-ATS