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Im Norden Syriens sind nach Medienberichten mehrere Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) entführt worden. Bewaffnete "Terroristen" hätten die Helfer in ihre Gewalt gebracht, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana.

Eine Sprecherin des IKRK bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa, dass die Mitarbeiter verschwunden seien. Die Angreifer sollen in der Provinz Idlib zunächst die Fahrzeuge der Hilfsorganisation unter Beschuss genommen und später die Mitarbeiter verschleppt haben. In Syrien sind fast ausschliesslich Mitarbeiter aus arabischen Ländern für das IKRK im Einsatz.

Die IKRK-Sprecherin Rima Kamal erklärte, das Team aus sechs Personen habe am Vormittag die Stadt Idlib verlassen. Es sei in vier Fahrzeugen unterwegs gewesen, die mit dem Logo der Organisation gekennzeichnet waren. Zuvor hatten sich die Helfer in der Region demnach einen Überblick über die Lage in den Kliniken verschafft und Arzneimittel geliefert. Sie seien am Sonntag auf dem Rückweg nach Damaskus gewesen.

Keine Waffenruhe

Das Töten geht in Syrien weiter. Nach Angaben von Aktivisten kamen am Wochenende bei Kämpfen, Bombardierungen und bewaffneten Übergriffen mehr als 200 Menschen ums Leben. Trotz eines Appells der Arabischer Liga und der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) ist keine Waffenruhe zum wichtigsten muslimischen Feiertag, dem Eid al-Adha, in Sicht. Das Opferfest wird am Dienstag von Muslimen weltweit gefeiert.

Die Opposition warf dem Regime von Präsident Baschar al-Assad vor, nahe der Hauptstadt ein neues Massaker verübt zu haben. Syrische Soldaten - unterstützt von Anhängern der libanesischen Hisbollah und irakischen schiitischen Milizionären - hätten rund 130 Männer in der Nähe der Ortschaft Al-Dhijabija bei Damaskus getötet, sagte der Sprecher der Freien Syrischen Armee, Luai al-Mekdad, der Nachrichtenagentur dpa.

Am Freitag hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) syrischen Rebellengruppen vorgeworfen, sie hätten im August mehr als 190 Zivilisten getötet und hunderte Geiseln genommen. Die Täter gehörten radikal-islamischen Organisationen, die Opfer der alawitischen Minderheit an.

Mitarbeiter der Organisation zum Verbot von Chemiewaffen (OPCW) arbeiten derzeit in dem Land am Abbau der Massenvernichtungswaffen bis Mitte 2014. Die Inspektoren kämen gut voran, hiess es zuletzt. Nach Schätzungen verfügt das Regime von Präsident Baschar al-Assad über rund 1000 Tonnen C-Waffen. Syrien wird am Montag offiziell 190. Mitglied der OPCW. Im Syrienkonflikt sind seit März 2011 nach UNO-Angaben mehr als 100'000 Menschen getötet worden.

Keine Teilnahme an Genfer Konferenz

Der Syrische Nationalrat, eine Schlüsselgruppe der Opposition gegen Präsident Baschar al-Assad, gab unterdessen bekannt, an der für Mitte November geplanten internationalen Syrien-Friedenskonferenz in Genf nicht teilzunehmen.

Das sagte der Präsident der grössten Gruppierung innerhalb der Syrischen Nationalen Koalition, George Sabra, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Falls sich die Nationale Koalition an der Genfer Konferenz beteilige, werde seine Gruppe aus dem Zusammenschluss austreten, fügte Sabra hinzu.

Das ehemalige Mitglied der Kommunistischen Partei Syriens verwies auf die Leiden der syrischen Bevölkerung und erklärte, vor dem Fall der Regierung Assad werde seine Gruppe nicht verhandeln.

Dem Syrischen Nationalrat gehören unter anderem die einflussreichen Muslimbrüder an. Die Gruppe hatte sich im November 2012 zusammen mit anderen Assad-Gegnern zur Syrischen Nationalen Koalition zusammengeschlossen.

SDA-ATS