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Menschen am Strand von Le Lavandou an der französischen Riviera - im Hintergrund steigen schwarze Rauchwolken in den Himmel. Wegen den Waldbränden in Südfrankreich mussten bereits 10'000 Menschen evakuiert werden.

Keystone/AP/CLAUDE PARIS

(sda-ats)

In Südfrankreich haben am Mittwoch den dritten Tag in Folge Wälder gebrannt. Besonders betroffen war in der Nacht zum Mittwoch der Ort Bormes-les-Mimosas. Dort mussten etwa 10'000 Menschen vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden.

Darunter waren der Feuerwehr zufolge rund 3000 Camper. Mehrere Häuser und ein Campingplatz wurden evakuiert, wie die Präfektur des Département Var in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur am Mittwoch mitteilte. Die Menschen wurden unter anderem in öffentlichen Gebäuden untergebracht.

"Es war hart, wir mussten fluchtartig das Haus verlassen", erzählte eine Mitarbeiterin der Nachrichtenagentur sda, welche derzeit in einem Haus in Bormes-les-Mimosas die Ferien verbringt. Gegen Mitternacht sei sie von Feuerwehrsirenen und Explosionen aufgeschreckt worden.

Es habe keine Evakuierungs-Anordnung gegeben, erzählte die Augenzeugin. "Die Feuerwehr ist mit Sirenen vorbeigefahren und danach mussten sich die Menschen gegenseitig alarmieren." Die Evakuation sei panisch verlaufen. "Wir mussten die Kinder aus dem Schlaf reissen und sie im Pyjama aus dem Haus bringen."

Mit dem Auto seien sie ans Meer hinunter gefahren. "Dort haben wir auf einem Parkplatz gewartet, bis wir erfahren haben, dass ein Krisenstab eingesetzt wurde." Die Familie verbrachte die Nacht in einer Turnhalle. Am Vormittag konnte sie in ihr Ferienhaus zurückkehren.

Beliebtes Feriengebiet

Bormes-les-Mimosas liegt an der Küste zwischen Hyères und dem berühmten Badeort St. Tropez. Die Region ist ein beliebtes Feriengebiet. Getroffen wurde auch La Londes-les-Maures, eine Nachbargemeinde von Bormes-les-Mimosas, wo Fotos etwa einen abgebrannten Supermarkt zeigten.

Allein bei La Londes-les-Maures kämpften 540 Feuerwehrleute gegen die Brände. Betroffen waren auch die nahegelegenen Orte La Croix Valmer und Artigues. Der Brand bei La Croix-Valmer war am Mittwochmorgen unter Kontrolle. Bei Artigues, etwa 80 Kilometer weiter östlich, kämpften die Feuerwehrleute weiter gegen die Flammen.

Der Flughafen von Toulon musste zwischendurch geschlossen werden, konnte aber mittlerweile den Betrieb wieder aufnehmen. Die Feuer seien im Département Var mittlerweile unter Kontrolle, teilte die Präfektur mit. Mehrere hundert Rettungskräfte seien aber weiter im Einsatz.

Brände auch auf Korsika

Waldbrände wüten auch auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika. Der französische Innenminister Gérard Collomb kündigte während eines Besuchs im Norden der Insel den Einsatz von insgesamt sechs Löschflugzeugen des Typs Dash an.

Bei der Brandbekämpfung wurden nach Angaben des Innenministeriums in Var mindestens sieben Feuerwehrleute leicht verletzt, ein weiterer Feuerwehrmann erlitt Brandverletzungen zweiten Grades. Auf Korsika zogen sich 15 Polizisten leichte Rauchvergiftungen zu.

Frankreich forderte im Zuge der europäischen Hilfe zur Brandbekämpfung zwei Canadair-Löschflugzeuge an. Am Dienstagabend traf ein erstes Flugzeug aus Italien in Korsika ein. Landesweit waren mehr als 4000 Feuerwehrleute und Zivilschutzmitarbeiter im Einsatz. Aus ganz Frankreich kam Verstärkung.

5000 Hektar Land abgebrannt

Franceinfo berichtete, insgesamt seien im Südosten des Landes sowie auf Korsika bereits 5000 Hektar Wald und Vegetation abgebrannt, davon alleine 3000 Hektar im Département Var.

Ursache für die Brände sollen die anhaltende Trockenheit und der heisse Mistral-Wind sein. Im Nachbar-Departement Bouches-du-Rhône warnte der Wetterdienst Météo France am Mittwoch vor starkem Wind.

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SDA-ATS